Zwei Freidemokraten wollen nach Berlin
03.06.2008 | 21:23 Uhr 2008-06-03T21:23:00+0200
Siegen-Wittgenstein. Um die Bundestagskandidatur der FDP im Wahlkreis 120 Siegen-Wittgenstein gibt es eine Kampfabstimmung: Nach dem Kreisvorsitzenden Wolf Braun (58) hat nun auch die Ex-Bundestagsabgeordnete Helga Daub (65) den Hut in den Ring geworfen.
Beide werden sich auf einem außerordentlichen Kreisparteitag zur Wahl stellen. Der Kreisvorstand hatte auf seiner letzten Sitzung "ein offenes Verfahren statt Hinterzimmerpolitik beschlossen" und betonte am Dienstagabend: "Dies ist auch ein Stück gelebte Demokratie." Die Wilnsdorferin Helga Daub war von 2002 bis 2005 bereits Mitglied des Berliner Parlaments. Sie gehört dem Bezirks- und Landesvorstand der Freidemokraten an, ebenso dem Vorstand der Liberalen Frauen in NRW und dem Bundesvorstand. Sie war von 1996 bis 2005 Vorsitzende des FDP-Kreisverbandes und von 1999 bis 2003 Mitglied im Kreistag. Der Schwerpunkt ihrer Bundestagsarbeit lag seinerzeit auf der Verteidigungspolitik. Sie ist Geschäftsführerin des Forum Luft- und Raumfahrt e.V. in Berlin. Helga Daub: „Zwei Dinge liegen mir sehr am Herzen: Zum einen, dass dem Bürger trotz brummender Konjunktur immer mehr Geld aus der Tasche gezogen wird und zweitens, dass es ständig neue Vorschläge und Ideen gibt, unsere Verfassung und unsere Polizei und Bundeswehr auf dem Altar der nationalen Sicherheit zu opfern. Dies darf so nicht weitergehen und daher kandidiere ich.” Wolf Braun, Krankenhaus-Oberarzt aus Siegen, hatte seine Kandidatur bereits in der vergangenen Woche auf einem Stadtparteitag der Liberalen angekündigt. Er ist ebenfalls Mitglied des Bezirks- und Landesvorstandes und zugleich FDP-Kreisvorsitzender. Als Kreistagsabgeordneter trat er erstmals 1975 in Erscheinung und führte die Kreistagsfraktion zwischen 2002 und 2004 an. Sein besonderer Schwerpunkt gilt der Sozialpolitik, insbesondere den Problemen einer alternden Gesellschaft; außerdem, teilte der Kreisvorstand gestern Abend mit, gehe es Braun um „die Stärkung der Selbstverantwortung als Prinzip liberaler Politik”.

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