Jugendhilfeausschuss
Zu große Bedenken bezüglich der Gesinnungen
26.08.2009 | 19:17 Uhr 2009-08-26T19:17:00+0200Der Jugendhilfeausschuss der Stadt Siegen verweigerte der „Calvary Chapel Siegen” und der Jugendabteilung „New International Youth Organization” des „Vereins Deutsch-Türkischer Akademiker” (VDTA) in seiner Sitzung am Dienstag die Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe.
Zu groß waren die Bedenken hinsichtlich der Gesinnungen der beiden Gruppierungen.
Peter Mörbitz (SPD) bemerkte, dass die beiden Organisationen zwar den formalen Ansprüchen genügten. Bewerte man die Angelegenheiten jedoch nach politischen Kriterien, bestehe noch Klärungsbedarf. Kurz vor Beginn der Ausschusssitzung hatte Mörbitz mit Andre´ Schmidt (CDU) und Michael Groß (Bündnis 90/Die Grünen) vereinbart, Vertreter der beiden Gruppierungen zur nächsten Sitzung einzuladen und zu befragen. Auf Nachfrage des Ausschussvorsitzenden Jens Kamieth (CDU) ging Mörbitz noch ein wenig ins Detail. So habe er im Internet die Predigt eines Calvary-Chapel-Pastors gefunden, in der Homosexualität als Abart bezeichnet wurde, die den „Eingang ins Himmelreich” verwehre. Bei der VDTA stieß Mörbitz auf Verstöße gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung und nannte als Beispiel die „Gleichstellung von Mann und Frau”. Groß ergänzte, dass man sich nicht nur auf das Grundgesetz, sondern auch auf das Allgemeine Gleichstellungsgesetz (Antidiskriminierungsgesetz) berufen könne.
Befragung in der nächster Sitzung
Daran änderte auch der Einwand von Heiner Friesenhagen nichts, der in seiner Verwaltungsvorlage empfohlen hatte, den VDTA als Jugendgruppe und die „Calvary Chapel Siegen” als „Sonstigen Träger der freien Jugendhilfe” anzuerkennen. Zudem gab er zu bedenken, dass man in der „Vergangenheit Gruppen mit einer ähnlichen Nuancierung als tolerabel und unterstützenswert” eingestuft habe. Des Weiteren habe man die beiden Gruppen über einen längeren Zeitraum begleitet, so Friesenhagen weiter. Der Verwaltung wurde die Aufgabe übertragen, die Befragung vorzubereiten – mit der Bitte versehen, gerade bei der VDTA darauf zu drängen, auch einen lokalen Vertreter mitzubringen.

16:22
In der von Tobi Sänger zitierten Bibelstelle werden Hurer, Götzendiener, Ehebrecher, Knabenschänder, Weichlinge, Diebe, Habsüchtige, Trunkenbolde, Schmäher und Räuber aufgeführt. In welcher Bezeichnung soll ich denn seiner Meinung nach meine Freunde wieder finden, die Christen und homosexuell sind?????
Missbraucht Gottes Wort nicht so, Ihr betreibt altertümliche Moral, nicht Bibelauslegung (und schon gar nicht die einzig Wahre...)! Es tut mir weh, wenn liebe, wertvolle, von Gott geschaffene und geliebte Menschen, die NICHTS SCHLIMMES TUN, so abgeurteilt werden - das tut nicht der liebende Schöpfergott, sondern das tun selbstgerechte Menschen!
13:41
@ Willi Schmied:
Wer in diesem richtigen Schritt den Beginn einer Christenverfolgung wittert, offenbart nicht nur mangelnde historische Sachkenntnis, sondern übersieht auch, dass zur Jugendhilfe im Siegerland selbstverständlich die Jugendverbände beider großen Kirchen gehören. Oder sind das keine Christinnen und Christen?
Das scheinbare Wissen um die einzige Deutung der Bibel für unsere Zeit und die mangelnde Toleranz anderen Menschen gegenüber, die kann kein Jugendhilfeausschuss mit Geldern honorieren.
19:17
Ich kann die Verweigerung des Siegener Jugendhilfeausschusses und die Begründung, auf der sie basiert, nur ausdrücklich begrüßen!
16:41
naja naja
vorab... ich bin christlich und ziemlich Konservativ erzogen worden.
aber das geschriebene von Herrn Sänger find ich doch erschreckend so könnten Sie nach eigenen Worten hingehen und Rothaarige verunglimpfen und pochen dann auf Ihr Recht auf Meinungsfreiheit weil sie Rothaarige doof finden, was die Mehrheit ja nicht tut ?
So wie ich das sehe war die Entscheidung richtig ..und wenn Sie nicht informiert wurden... hmm dann wusste da wohl jemand das er sich diese Zeit mit Ihnen besser Erspart ;)
22:07
So beginnt Christenverfolgung. Sünde darf nicht mehr beim Namen genannt werden und auf anderer Seite wird Sünde Tor und Tür geöffnet.
Selbst die im Grundgesetz garantierte freie Meinungsäußerung wird eingeschränkt, wenn es um Themen geht, die einer Mehrheit nicht passen - pfui.
21:33
Ich glaube auch an das große Spaghettimonster, einfach mal jeden in Ruhe lassen, ist doch nichts dabei, Herr Singer.
16:52
Ich ärgere mich gerade darüber, dass ich aus der Zeitung erfahren muss, dass ich zu einer Befragung eingeladen bin, wo ich mich für Vorwürfe rechtfertigen muss, die jemand sich aus Internetinhalten abgeleitet hat, welche aber letztendlich rein weltanschaulichen Ursprungs sind.
Schöner wäre es mit Sicherheit gewesen, wenn der Stadtjugendring uns persönlich auf unseren Antrag auf Unterstützung unserer diesjährigen Jugendfreizeit geantwortet hätte. So bekommen wir statt einer Antwort öffentliche Kritk.
Zur Klärung:
Ich habe Homosexualität nicht als Abart bezeichnet, sondern nur hinterfragt, wer denn schlussendlich festlegt, was normal ist und was nicht: der gesellschaftliche Konsenz - sprich: die Meinung der Mehrheit. Wenn man den gesellschaftlichen Konsenz im Bezug auf eine (wissenschaftlich nicht wirklich eindeutig lösbare) Problematik (die Frage: ist Homosexualität normal bzw. natürlich?) nicht mehr hinterfragen, oder diesem gar widersprechen darf, würde ich das als undemokratisch einschätzen. ...greift da nicht auch das Antidiskriminierungsgesetz? Muss die Weltanschauung der Mehrheit auch die Meine sein? Ich dachte, wir sind gleichgestellt! Oder sind Liberale doch gleicher als Konservative? Warum dürfen wir in unserer Sicht so angeprangert werden, während man die Gegenseite nicht mal hinterfragen darf? Dieses mit zweierlei Maß messen emfinde ich als äußerst heuchlerisch!
Zweitens muss ich die Aussage, dass Homosexualität den Eingang ins Himmelreich verwehrt, erklären. Zum Einen steht diese Aussage für alle nachlesbar im Neuen Testament (1. Korintherbrief, Kapitel 6,9-10) - es ist nicht einfach eine sektiererische Sondermeinung. Zum Anderen muss auch erklärt werden, was damit gemeint ist. Dazu ist eine theologische Ausführung nötig, die den Kontext für alle Diskussionen zu diesem Thema bildet. Ohne diese Grundlage wirkt die Aussage natürlich einfach nur defamierend.
Ich hoffe, dass bei meiner Befragung zu diesem Thema weniger polemisch und mehr auf Augenhöhe (einen Umgang miteinander, zu dem ich übrigens am Ende meiner Predigt über Homosexualität - nachzulesen bzw. -hören auf www.generationacts.de eindrücklich aufgefordert habe) gesprochen wird. Mal sehen...
Tobias Sänger
Jugendpastor bei der Calvary Chapel Siegen