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Demonstration

Zeichen setzen gegen Neonazis!

09.11.2009 | 17:57 Uhr

Der Gedenktag an den alliierten Luftangriff auf Siegen am 16. Dezember 1944 rückt auch in diesem Jahr in den Mittelpunkt des Interesses von Demokraten und Rechtsextremisten.

Während die Siegerländer den Tag mit vielfältigen Veranstaltungen begehen, haben auch Neonazis wieder ihr Kommen angedroht.

Sascha Maurer, Kopf der Autonomen Nationalisten und jüngst auch auf NPD-Ticket Stadtverordneter im Siegener Rat, hat die Demo angemeldet. Zu seinem „Gedenk- und Protestmarsch gegen alliierten Luftkrieg und Bombenterror” erwartet er rund 80 Teilnehmer, wie aus der Anmeldung bei der Polizei hervorgeht.

Ein Grund mehr für das „Siegener Bündnis für Demokratie”, ein deutliches Zeichen für Demokratie, Toleranz und gegen Rechtextremismus zu setzen, wie Andre´ Schmidt von der Diakonie-Netzwerk-Arbeit betont. „Unabhängig von der aktuellen Anmeldung hätten wir ohnehin zu einer großen Veranstaltung aufgerufen”, erklärt der Bündnis-Sprecher mit Blick auf die zahlreichen rechtextremen Kundgebungen, NPD-Wahlkampfaktionen und Übergriffe, die es 2009 gegeben hat.

Neuauflage von „Geh Denken”

Geplant ist daher eine Neuauflage der Aktion „Geh Denken” – im vergangenen Jahr waren rund 3000 Menschen gekommen, um ein deutliches Zeichen zu setzen. In diesem Jahr wird es wieder eine Vielzahl von Aktionen geben, die die Veranstalter in den nächsten Wochen noch aufeinander abstimmen wollen.

Größte Veranstaltung wird ein Sternmarsch zum Kornmarkt werden, berichtet Werner Leis vom DGB. Zug 1 soll im Bereich des Berufskollegs starten, Zug 2 vom Rosterberg in Richtung Kornmarkt ziehen, Zug 3 kommt aus dem Bereich Weidenau in die Oberstadt. Dort wird der Sternmarsch mit dem ökumenischen Gottesdienst vernetzt. Die beiden christlichen Kirchen haben bereits wieder einen Freiluft-Gottesdienst vor der Nikolai-Kirche angemeldet. Der Ort der zentralen Abschlusskundgebung ist noch offen und wird erst im Kooperationsgespräch mit der Polizei endgültig festgelegt.

Natürlich wird es auch wieder die traditionelle Kranzniederlegung der Stadt am Dicken Turm am Unteren Schloss geben. Die Zeremonie beginnt um 15 Uhr. „Alle Bürger sind aufgerufen, mit ihrer Teilnahme an der Gedenkfeier die Toten zu ehren und durch ihre Anwesenheit die Mahnung und Hoffnung auszudrücken: Ein solcher Tag darf sich nicht wiederholen!”, schreibt Bürgermeister Steffen Mues.

Apollo-Theater beteiligt sich

Dabei handelt es sich um ein stilles Gedenken – Reden wird es keine geben. Dann wird , betont Stadt-Sprecherin Dr. Sabine Schutz, auch der Weihnachtsmarkt „schweigen”. Im letzten Jahr hatte die Würde der Kranzniederlegung unter dem vorweihnachtlichen Treiben gelitten.

Auch das Apollo-Theater wird sich beteiligen. Am Tag des Andenkens lädt es zu einem besonderen Theater-Abend ein. Der Titel des szenischen Programms – „Wenn die Wunde nicht mehr schmerzt, schmerzt die Narbe” – stammt von Bert Brecht. Es geht um ein gemeinsames Nachdenken über die Bombardierung Siegens am Nachmittag des 16. Dezembers 1944, bei der Hunderte zu Tode kamen – und um die Gründe für diesen verheerenden Fliegerangriff.

Alexander Völkel

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