Wir setzen fünf Zeichen für Demokratie
26.09.2009 | 22:31 Uhr 2009-09-26T22:31:00+0200
Menschenwürde, Demokratie, Toleranz, Weltoffenheit und Zivilcourage – Begriffe und Werte, die wir viel zu selbstverständlich nehmen. Doch sie sind es nicht. Tagtäglich müssen sie neu erstritten werden.
Brutale Übergriffe sprechen eine deutliche Sprache. Und dem immer massiveren Auftreten der Neonazis - allen voran der NPD – im Kreisgebiet müssen Zeichen entgegengesetzt werden. Besonders, da die NPD unseren Kreis zur Schwerpunkt-Region erklärt hat.
Die Bevölkerung hat das in bemerkenswerter Weise getan. Mal waren es hunderte, mal tausende Menschen, die in den vergangenen Monaten gegen Kundgebungen der NPD auf die Straßen gingen. Das ist gut und richtig. Allerdings – und das macht die optische Außenwirkung deutlich – gab es fast keine Plakate, die das „Pro Demokratie – gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit” deutlich gemacht haben. Für viele Siegerländer ist es ungewohnt, mit Plakaten buchstäblich Flagge gegen Neonazis zu zeigen.
Das können und wollen wir ändern. Allerdings nicht mit relativ einfallslosen „Gegen Nazis”-Plakaten. Wir wollen das Thema positiv besetzen und für Demokratie, Toleranz und Menschenwürde werben. Werte, die auch über den (Demo-)Tag hinaus von Bedeutung sind.
Denn solche Botschaften gehören nicht nur auf Demos. Sie gehören in jede Verwaltung, in jede Firma und in jede Schule. So können wir zeigen, das diese Werte in Siegen-Wittgenstein zu Hause sind.
Plakate und Aufkleber Kostenlos erhältlich
Die fünf Plakatmotive und die dazu gehörigen Aufkleber können ab Montag in unserer Geschäftsstelle am Bahnhof 4-12 in Siegen abgeholt werden. Sie sind kostenlos erhältlich, sind einzeln oder als Satz zu bekommen.
Wenn Schulen, Vereine, Verbände oder Parteien größere Auflagen haben möchten, ist dies ebenfalls möglich. Entsprechende Anfragen richten Sie bitte an die Redaktion: Telefon: 0271-23237-41, Fax: 0271-23237-32 oder per E-Mail unter siegen@westfaelische-rundschau.de
Bundestagskandidaten unterstützen die Aktion:
„Zivilcourage kann man stärken, wenn man sie vorlebt”
Die regionalen Kandidaten für die Bundestagswahl Helga Daub (FDP), Volkmar Klein (CDU), Willi Brase (SPD) und Peter Schulte (Linke) sowie der Kreisvorsitzende bei den Grünen Dr. Peter Neuhaus stehen hinter den Schlagwörtern auf den Plakaten.
Dr. Peter Neuhaus: „Diese Werte sind zentral in unserer Gesellschaft. Ich finde es gut, dass die demokratischen Parteien zusammenkommen, um zu zeigen, dass trotz unterschiedlicher Wahlprogramme in diesen Punkten Konsens herrscht. Besonders, weil die NPD zur Zeit sehr aktiv im Kreis ist. Wir müssen Zeichen setzen, dass wir die hier nicht haben wollen. Zivilcourage kann bei Arbeitskollegen anfangen, die sich für Mobbingopfer einsetzen.”
Helga Daub: „Wir müssen die Zivilcourage in der Bevölkerung stärken. Wir dürfen nicht wegschauen, das sollte man Kindern schon in der Schule beibringen.”
Willi Brase: „Man muss sich stärker einmischen, wenn es gegen Menschen und Menschenrechte geht. Ich denke, dass sich im Kreis bereits viele einbringen, denn ehrenamtliche Arbeit bedeutet für mich auch Zivilcourage. Die Freiwillige Feuerwehr ist ein gutes Beispiel dafür. Viele engagieren sich auch in Institutionen.”
Volkmar Klein: „Für mich ist es wichtig die Demokratie zu stärken, denn sie ist in Deutschland keine Selbstverständlichkeit. Das hat das 20. Jahrhundert gezeigt. Es muss eine stärkere „Kultur des Hinsehens” geben, auch wenn es um kleine Dinge geht, wie das achtlose Wegwerfen von Müll.”
Peter Schulte: „Ich kann die Schlagwörter auf den Plakaten voll vertreten und bin bereit, mich dafür einzusetzen. Zivilcourage kann man nur stärken, wenn man sie selbst vorlebt. Wir hören zur Zeit von tragischen Vorfällen. Aber man darf trotzdem nicht wegschauen.”