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Wiener Mediziner erschufen Herzgewebe aus der Petrischale

10.03.2013 | 08:45 Uhr
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Wiener Mediziner erschufen Herzgewebe aus der Petrischale
Die TU Wien hat neues Herzgewebe entstehen lassen.Foto: Ingo Otto

Wien.  Die Technische Universität Wien forscht an Möglichkeiten, Herztransplantationen überflüssig zu machen. Forscher haben mit chemischen Substanzen Vorläuferzellen von Mäusen in Herzgewebe verwandelt. Ihre Vision: Herzgewebe mit der Original-DNA der Patienten im Labor herzustellen .

Mit chemischen Substanzen haben Wiener Mediziner sogenannte Vorläuferzellen zu neuem Herzgewebe werden lassen. Angeblich fing es bereits in der Petrischale an zu schlagen, heißt es in einer Pressemeldung der Technischen Universität (TU) Wien . "Wir wollen die Tür zu einer völlig neuen Art der regenerativen Medizin aufstoßen", sagt Studienleiter Marko Mihovilovic. "Derzeit steht die Transplantationsmedizin im Vordergrund, doch viel besser wäre es, im Labor das passende neue Gewebe herstellen zu können - mit der Original-DNA der Patienten, so dass Abstoßungsreaktionen ausgeschlossen sind."

"Von verschiedenen Substanzen ist bekannt, dass sie eine Auswirkung auf die Entwicklung von Herzgewebe haben. Wir haben systematisch Verbindungen mit cardiogenem Potential synthetisiert und getestet“, erklärt Thomas Linder. Diese maßgeschneiderten Substanzen wurden an Vorläuferzellen von Mäusen getestet. "Mit unseren neuen Triazin-Derivaten gelang eine dramatische Effizienzsteigerung im Umwandeln von Vorläuferzellen zu Herzzellen im Vergleich zu bereits bekannten Substanzen", ergänzt Mihovilovic. Die neuen Verbindungen seien inzwischen patentiert.

Hautzellen durch Pharmacocktail verändern

"Unsere Zukunftsvision ist: Wir verwenden Zellmaterial, das leicht zu entnehmen ist, etwa aus der Haut, behandeln es mit einem Cocktail verschiedener Chemikalien und lassen dadurch neues Gewebe entstehen", sagt Mihovilovic. Nun gehe es darum, aus dem neuen pharmakologischen Werkzeug einen echten Wirkstoff zu entwickeln, der für den Menschen eingesetzt werden könne, heißt es. (dapd)

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