Wie Sie das Problemzimmer in Ihrer Wohnung clever einrichten

Zimmer mit Dachschrägen sind eine besondere Herausforderung für jeden Einrichter.
Zimmer mit Dachschrägen sind eine besondere Herausforderung für jeden Einrichter.
Foto: Getty Images/iStockphoto
Was wir bereits wissen
Zu klein, zu niedrig, zu hoch - viele Wohnräume haben irgendeinen Makel. Wer jedoch ein paar einfache Tricks beherrscht, kann sie kaschieren. Abhilfe schaffen etwa die richtige Farbe, die passende Beleuchtung oder geschickt platzierte Deko. Wie’s genau geht, verrät die Düsseldorfer Innenarchitektin Claudia Haubrock.

Essen.. Es soll Leute geben, die sie gefunden haben: die perfekte Wohnung. Eine Wohnung, bei der nicht nur Lage und Preis stimmen, sondern auch die Räume so geschnitten sind, wie man es sonst nur in Hochglanzmagazinen sieht. Möglich ist das eigentlich nur auf zwei Wegen: Entweder hat man sich die Wunschwohnung oder das Traumhaus selbst gezimmert – oder man hatte einfach verdammt viel Glück bei der Suche.

Alle weniger Glücklichen müssen sich hingegen mit dem Unperfekten begnügen. Mit zu kleinen, zu länglichen, zu wenigen Räumen, mit zu niedrigen oder zu hohen Decken und Zimmern mit Dachschrägen. Doch es gibt Hoffnung: Wer Farben, Möbel, Beleuchtung und Deko clever einsetzt, kann selbst in Problemräumen seinen persönlichen Wohntraum wahr werden lassen.

Problem Nummer 1: Kleiner Raum

Kleine Zimmer lassen sich mit hellen Farben optisch größer schummeln. Ein einheitlicher Farbton im gesamten Raum wirke dabei ruhiger und vermittle ein Gefühl von Weite, rät die Düsseldorfer Innenarchitektin Claudia Haubrock: „Also lieber beim Anstrich, bei Gardinen, Polstern und Deko bei zartem Ton-in-Ton bleiben als starke Kontrastfarben wählen.“

Auch ein heller, durchgehender Bodenbelag täusche Weite vor. Diese Wirkung könne man sich etwa bei ineinander übergehenden kleinen Räumen zunutze machen, da gleiche Bodenbeläge und Wandfarben optisch addiert würden. „So wirken beide Räume größer“, sagt Haubrock.

Für Abhilfe sorgt auch der Griff in die Beleuchtungstrickkiste. Viele Lichtquellen schaffen Abwechslung und Raumtiefe. Und machen das Zimmer obendrein besonders behaglich. Der Wohnexpertin zufolge strahle etwa eine Stehleuchte neben dem Sofa schönes Leselicht aus, eine Tischleuchte auf dem Sideboard setze einen Lichtakzent.

Problem Nummer 2: Niedrige Decke

Wem die Decke auf den Kopf zu fallen scheint, sollte womöglich seine Wahl des Farbanstrichs hinterfragen. „Eine weiß gestrichene Decke lässt den Raum höher wirken“, rät Haubrock.

Außerdem könne man die Wandfarbe einen Streifen breit in die Decke hineinziehen, um die Wände zu strecken. Den gleichen Effekt erziele man mit übereinander gehängten Bildern oder einer Streifentapete.

Problem Nummer 3: Hohe Decke

Was für niedrige Decken die hellen Farbtöne, sind für hohe Decken die dunklen. Sie drücken die Decke optisch in Richtung Boden. Wer den obersten Wandstreifen in der dunkleren Deckenfarbe streiche, könne den Eindruck noch verstärken.

Haubrocks weitere Tipps: abgehängte Stoffbahnen, Scheinbalken und Stuckelemente.

Problem Nummer 4: Länglicher Raum

Für lange, schlauchartige Räume wie etwa Flure lautet die Lösung, die Stirnwände in einer dunklen, kräftigen Farbe zu streichen. Wie bei der hohen Decke komme die Wand dem Bewohner so scheinbar entgegen.

Die langen Wände könne man mit vertikalen Elementen wie übereinander gehängten Bildern zusammenstauchen.

Problem Nummer 5: Dachschrägen

Räume mit Schrägen bringen die Schwierigkeit mit sich, dass die tatsächlich nutzbare Fläche geringer ist als die Raumfläche.

Trotzdem muss der Platz nicht verloren sein: „Der Raum unter den Schrägen, der zu niedrig zum Stehen ist“, sagt Haubrock, „kann als Stauraumfläche genutzt werden.“ Maßgefertigte Schränke oder Regale seien eine gute Lösung.

Problem Nummer 6: Ein Raum, zwei Funktionen

Auch hier leistet Farbe gute Dienste, um die verschiedenen Funktionen voneinander abzugrenzen. So verträgt etwa die Essecke im Wohnzimmer eine andere Farbe als die Sofarunde, der Schlafbereich kann sich farblich vom Arbeitsplatz im Schlafzimmer unterscheiden.

Aber auch mit anderen Mitteln lassen sich die Bereiche trennen. Das Heimbüro könne man laut Haubrock durch eine ausziehbare Schreibplatte im Kleiderschrank integrieren. Oder man lässt die Arbeit hinter einem Raumteiler wie einem Regal verschwinden.

Der Universal-Trick

Was auch immer den Raum zum Problemfall macht, ein Trick helfe bei allen baulichen Unzulänglichkeiten, weiß die Innenarchitektin: „Mit Bildern, Kamin oder anderen Highlights kann man die Aufmerksamkeit auf schöne Dinge lenken.“