Hagener Kicker drei...
Westernreiten statt Fußball: Tim Paulsen sattelt um
12.03.2010 | 22:41 Uhr 2010-03-12T22:41:00+0100Hagen. 2008 wurde er zu „Hagens Fußballer des Jahres” gekürt. 2009 schaffte er den Sprung aus der Landes- in die NRW-Liga. 2010 ist Tim Paulsens Fußball-Karriere - vorerst zumindest - vorbei. Der Volmestädter hat seinen Vertrag bei der TSG Sprockhövel aufgelöst. Aus einem nicht alltäglichen Grund.
Nach dem Fußball-Terminplan sollte der Innenverteidiger, der am Höing-aufwuchs und fußballerisch beim SSV Hagen groß wurde, am Sonntag mit seinen TSG-Kollegen zum NRW-Liga-Spiel gegen Hüls auflaufen. Dazu wird es jedoch nicht mehr kommen. Tim Paulsen fliegt morgen nach Dallas/Texas. Von wo aus er noch etwa 200 Kilometer nach Norden zu fahren hat. Dann ist die Stadt Gainesville erreicht, für die nächsten drei Monate Wahl-Heimat des Hageners. Hier wird er weder urlauben noch Fußball spielen. Sondern auf einer Pferde-Ranch als Praktikant arbeiten.
Manche Dinge im Leben kann man nicht vorausplanen. Tim Paulsens Geschichte ist dafür ein neuerlicher Beweis. Bis vor rund einem Jahr hatte er mit Pferden so wenig zu tun wie Eskimos mit Wüstensand. Das änderte sich, als Freundin Daniela nach Jahren wieder reiten wollte. Ein Pferd wurde angeschafft, das anfangs im Reiterverein am Höing stand. Später erfolgte der Umzug auf einen Hof in Garenfeld. „Weil die Pferde hier mehr Wiese und mehr Auslauf haben”, berichtet Paulsen.
Bis dahin hatte er noch nie auf einem Ross gesessen. Das „Probesitzen” erfolgte auf einem „Quarter Horse”, das in Garenfeld zum Verkauf stand. „,Setz' dich doch mal drauf', hat die Stallgemeinschaft gemeint”, erinnert sich Paulsen. Irgendwann hat er es dann getan. „Und ich wollte überhaupt nicht mehr runter.”
„Talent bescheinigt”
Der auf Fußballplätzen groß gewordene Kicker - Vater Dietmar gehört seit Jahren dem Jugendvorstand des SSV Hagen an - und die fünfjährige Stute, die wie die meisten Vierbeiner ihrer Rasse auf Westernreiten spezialisiert ist, das passte vom ersten Moment an perfekt. „Man hat mir schnell bescheinigt, dass ich offenbar Talent hätte. Ich habe über mich selbst gestaunt”, blickt der 21-Jährige zurück. Tim war infiziert, das Quarter Horse bald gekauft.
Was zu stressigen Zeiten führte: Viermal pro Woche Fußballtraining in Sprockhövel plus ein Spiel, dazu regelmäßiger Hofaufenthalt in Garenfeld. Geld verdiente der an der Fernuni eingeschriebene BWL- und VWL-Student mit einer Bürotätigkeit im Jugendhilfe-Projekt des SSV-Sanierers Klaus Kaiser. Langeweile kam da nicht auf.
Die Zeit reichte gerade noch für ein bisschen Internetsurfen, natürlich auch in Sachen neues Hobby. Dabei stolperte Tim Paulsen über ein Job-Angebot aus den USA. Für eine große auf Westernreiten spezialisierte Ranch in Texas wurde ein Praktikant gesucht. „Darauf habe ich mich einfach mal beworben”, erzählt der 21-Jährige. „Und dann habe ich lange nichts gehört.”
Das änderte sich in der vergangenen Woche. Da bekam der TSG-Kicker Nachricht, dass er kommen soll. Am besten sofort und für drei Monate. Zwei Tage später informierte er seinen Fußball-Klub. Sprockhövel kam seinem Wunsch auf Vertragsauflösung nach.
Am Sonntag jettet Tim Paulsen also in die Staaten. „Das wird die Erfahrung meines Lebens”, ist er sicher. Sein Betätigungsfeld bei den deutschstämmigen Besitzern wird vielfältig sein: Vom morgendlichen Stallausmisten bis zur Begleitung zu Turnieren im Westernreiten mit allen dort anfallenden Aufgaben. Schon heute kann sich der 21-Jährige vorstellen, die neue Leidenschaft einmal zum Beruf zu machen, Quarter Horses bzw. deren Reiter zu trainieren und einen Hof zu leiten. Dafür hat er den Studiengang gewechselt. Neue Ausrichtung: „Management im Pferdesport”.
Ob die Fußballkarriere damit für ihn beendet oder die aktuelle Phase nur eine „Auszeit” ist, dies vermag Tim Paulsen heute noch nicht zu sagen: „Das hängt nicht zuletzt davon ab, wie der Crash-Kurs in Texas sich gestaltet.”

12:22
Könnt mal sehen was Frauen aus Männern machen.
#5 Druck in der D-Jugend?Vielleicht will man einfach nur gewinnen.Es soll auch Leute geben für die ist das Austehen am Morgen schon Druck...
13:00
Wahrscheinlich ist er traumatisiert,da er schon mal beim SSV gespielt hat.Wenn man mal richtig reinhört,dann ist man geschockt,was für ein Druck auf die Jugend ausgeübt wird,zB.D-Jugend.
12:12
Suum cuique.
Bill Shankley lässt grüßen ^^
10:47
Na dnn... Grüße an die Reimanns
00:15
Kann ich nicht verstehen! Naja jedem das Seine!
23:33
Was muss mit einem jungen Menschen passiert sein, wenn er freiwillig auf seinen über Jahre getrieben Sport verzichtet.
Mit 21 Jahren in der NRW Liga spielen zu dürfen, ein Wunsch vieler.
Da gehört ne Menge dazu, so einen Schriitt zu machen.
Schön wenn man noch Wünsche haben darf und diese erfüllen kann.
Viel Glück und Erfolg wünsche ich dir Tim.