Wenn Nerven schmerzen
10.09.2009 | 14:17 Uhr 2009-09-10T14:17:00+0200
Essen. In Deutschland sind 1,8 Millionen Menschen chronischen Nervenschmerzen ausgesetzt. Da die Auslöser oft sehr schwer zu beseitigen sind, leiden die Betroffenen häufig jahrelang. Eine geeignete Schmerztherapie kann die Beschwerden aber oft auf ein erträgliches Maß verringern.
Nervenschmerzen treten meist nicht aus heiterem Himmel, sondern infolge einer anderen Erkrankung auf, beispielsweise wegen einer Gürtelrose oder nach einer Amputation. Die Schmerzen sind oft so stark, dass die Betroffenen kein normales Leben mehr führen können..
Wie entsteht Schmerz?
Fast überall im Körper befinden sich Schmerzrezeptoren, die Meldungen über Verletzungen machen können. Schmerzsensoren liegen zu etwa 90 Prozent in der Haut, aber auch innere Organe verfügen darüber. Sie sind unterschiedlich empfindlich und reagieren auf verschiedene Reize, zum Beispiel Temperatur, Dehnung oder Druck.
Die Nervenzellen sind dazu da, Schmerzreize weiterzuleiten. Im Unterschied zu den meisten anderen Körperzellen können sie sich nach der Geburt nicht durch Zellteilung vermehren. Abgestorbene Nervenzellen sind also nicht einfach zu ersetzen. Die Nervenzellen, auch Neuronen genannt, besitzen Zellfortsätze unterschiedlicher Länge. Diese Axone können weniger als einen Millimeter oder mehr als einen Meter lang sein. An den Enden dieser Zellfortsätze sind spezielle, knopfartige Verdickungen ausgebildet. Diese Kontaktstellen werden als Synapsen bezeichnet; sie dienen dem Informationsaustausch zwischen den Nervenzellen. Um die Impulse der Schmerzrezeptoren zum Rückenmark weiterzuleiten, nutzt der Körper verschiedene Nervenleitungen. Vom Rückenmark aus gelangen die Informationen zu verschiedenen Regionen im Gehirn, wo sie wahrgenommen und weiter verarbeitet werden.
Wenn Nerven schmerzen
Ursache für Nervenschmerzen kann eine mechanische Schädigung mit Zerstörung der Nervenstruktur aufgrund von Verletzungen sein. Man spricht dann von einer Kausalgie. Das Krankheitsbild ist charakterisiert durch glühende, brennende Schmerzen. Die geringste Berührung, sogar die bloße Vorstellung von Schmerz können die Qualen auslösen. Häufig greift die Überempfindlichkeit auf benachbarte Nerven über.
Warum die Gürtelrose Schmerzen hinterlässt
Das "Forum Schmerz" gehört zum Deutschen Grünen Kreuzes e.V., der ältesten Organisation für Gesundheitsaufklärung in Deutschland. Das DGK beschäftigt sich seit mehr als zehn Jahren mit chronischen Schmerzsyndromen, ihrer Prävention, Diagnostik und Therapie. Um für diese Aktivitäten einen höheren Wiedererkennungswert in der Öffentlichkeit zu schaffen und gleichzeitig eine Kooperationsplattform für andere Institutionen anzubieten, wurde das Forum Schmerz gegründet.
Die Gürtelrose ist Infektionskrankheit, die Nerven und Haut betrifft. Viren der Windpocken, die sich seit der Kindheit im Körper befinden, können Jahre später Nerven angreifen und zerstören. Das Virus wird oft dann aktiv, wenn das Immunsystem durch andere Krankheiten oder großen Stress geschwächt ist. Betroffen sind meist ältere Menschen über 50 Jahre.
Die Gürtelrose beginnt in der Regel mit brennenden, juckenden Schmerzen und einer erhöhten Hautsensibilität. Einige Tage später bilden sich die typischen roten Flecken und Pusteln, die auf eine Körperhälfte beschränkt sind. Sie tritt vor allem in den Nervensegmenten der unteren Brustwirbelsäule auf, wo sich die Hautveränderungen bandförmig ausbreiten. Das Gesicht ist seltener betroffen. Nach etwa zwei bis vier Wochen heilen die Hauterscheinungen ab, wenn sie mit einem antiviralen Medikament, behandelt werden. Dann verschwindet auch der Nervenschmerz wieder.
Selbsthilfe: Über Schmerzen reden
Für Schmerzpatienten ist es oft ein großes Problem, ihren Angehörigen, Freunden oder Arbeitskollegen zu erzählen, wie sehr die Schmerzen sie belasten – zum Beispiel, weil die Ursache nicht sichtbar ist, wie etwa ein Gips bei einem gebrochenen Bein. Häufig treffen Patienten deshalb auf Unverständnis und werden diskriminiert. Die Folge: Sie ziehen sich zurück und brechen viele soziale Kontakte ab. Gerade diese Kontakte können aber helfen, den Schmerz zu besiegen.
Patienten sollten sich von Angehörigen, Freunden oder auch Pflegepersonal Unterstützung holen. Die psychologische Beratung durch geschulte Therapeuten, wie sie in vielen Schmerzambulanzen angeboten wird, kann darüber hinaus bei der Bewältigung der seelischen Probleme eine wertvolle Hilfe sein.
Nimmt man sein Leben selbst in die Hand, kann man damit die medikamentöse Therapie unterstützen. Eine positive Lebenseinstellung und gesunde Lebensführung können die Schmerzwahrnehmung reduzieren. Hier einige Tipps, die helfen können:
- Achten Sie auf eine gesunde Ernährung und regelmäßigen Schlaf.
- Trinken Sie nicht übermäßig viel Alkohol.
- Konzentrieren Sie sich auf die positiven Dinge des Lebens. Werfen Sie überflüssigen Ballast über Bord.
- Nehmen Sie den Schmerz ernst, aber lassen Sie sich nicht von ihm beherrschen.
- Spielen Sie nicht den Helden. Schmerzen muss man nicht aushalten. Sprechen Sie mit Ihren Arzt, wenn die Schmerzen nicht ausreichend gelindert sind oder schlimmer werden.
- Suchen Sie sich neue Herausforderungen, die Ihnen Spaß machen und die Sie bewältigen können ohne sich dabei zu überfordern.
- Gehen Sie unter Menschen - Einsamkeit verstärkt das Schmerzempfinden.
- Sie können sich auch einer Selbsthilfegruppe anschließen. Dort finden Sie Gesprächspartner, die selbst mit Dauerschmerzen leben.
Quelle: Forum Schmerz
22:32
Welcher Schmerzpatient kann sich ein Trallalla-Leben mit Streßabbau, Hobbysuche, Nettem etc. denn leisten? Maloche, Zukunftsangst insbesondere vor Frühverrentung, Absturz in Hartz IV oder Sozialhilfe - da soll man dann Spaß haben und neue Freunde finden, Ballast abwerfen und Hobbies nachgehen?
Putzig, aber völlig weltfremd.
Und wenn der Patient dann endgültig in Armut abgeschoben in Hartz IV oder Frührente bzw. beim Sozialamt gammelt, ist es nochmal so leicht, Hobbies und Freunde zu finden, sich auf die netten Seiten des Lebens zu konzentrieren und Spaß zu haben.
Das ist entweder zynisch oder schlichtweg süß. Zucker-zucker-süß, kindlich gar.
16:15
ich kann das weitgehend bestätigen, denn meine nervenschmerzen nach einer gürtelrose kamen verstärkt nach einer bronchitis einige zeit später so richtig. mein mittel sind johanniskraut in ölform und vitamin b.
21:35
Die Behauptung das nach einer überstanden Gürtelrose, die mit ihr einhergegangenen Nervenschmerzen wieder veschwinden, ist schlicht und ergreifend falsch. Für die viele, wenn nicht gar für die meisten Patienten fängt dann erst eine jahrlange Tortur an und diese lässt sich häufig nur mit starken Schmerzmitteln einigermaßen beherrschen.