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Wenn es am Schönsten ist

28.04.2010 | 18:50 Uhr
Wenn es am Schönsten ist

Marcelo Bordon hat noch Schweißperlen auf der Stirn, vom harten Training in der schönen Frühjahrssonne. Autogrammjäger säumen den Weg vom Trainingsplatz, sprechen gute Wünsche aus, ehe es in die Kabine geht. Seit sechs Jahren kennt er das jetzt so auf Schalke – seit er 2004 aus Stuttgart ins Revier gekommen ist. Marcelo Bordon hat meist ein Lächeln dabei. So auch an diesem Mittwoch. Obwohl er plötzlich vom Abschied von Schalke spricht.

Nein, er will wirklich nicht weglaufen vor der Konkurrenz, aber er wirkt schon ein wenig irritiert darüber, dass Schalke mit Christoph Metzelder einen neuen, prominenten Innenverteidiger verpflichtet hat, der auch in die Rolle des Abwehrchefs schlüpfen kann.

Immer noch topfit

Zumindest überrascht der Zeitpunkt, an dem Bordon nur einen Tag nach dem Metzelder-Transfer ankündigt, dass Redebedarf mit Felix Magath besteht. Nicht erst nach der Saison, so wie es angedacht war, um dabei zu beschließen, dass Bordon seinen Vertrag bis zum 30. Juni 2011 erfüllt. Sondern nun will Bordon jetzt reden, „vielleicht in den nächsten zehn Tagen.“ Bis dahin will Bordon wissen, ob Magath mit ihm weiter plant.

Dass er mit seinen 34 Jahren noch fit ist hat er in dieser Saison zur Genüge unter Beweis gestellt. Der Brasilianer ist der Chef der besten Abwehr der Liga, hat 29 von 32 Punktspielen bestritten, war nur ganz selten verletzt und fast immer topfit. Vor dieser Saison hatte er Zweifel, ob er es nochmal packt, dieses hohe Niveau zu erreichen. Denn die vergangene Spielzeit unter Fred Rutten war für ihn das schlimmste Jahr der Karriere. Er trat als Kapitän zurück, hatte die Lust am Fußball verloren – und dachte ans Aufhören. Doch so sollten ihn die Schalker Fans nicht in Erinnerung behalten. Und deshalb schmunzelt er heute, dass nun eigentlich ein besserer Zeitpunkt für den Abschied wäre: „Es ist immer gut, wegzugehen, wenn man oben ist. Und nicht so, wie in der letzten Saison.“

167 Bundesliga-Spiele hat der Brasilianer in sechs Jahren bisher für Schalke bestritten – er ist stolz auf das, was er erreicht hat. „Ich habe damals ein bisschen Geld gekostet“, erinnert er sich an die rund fünf Millionen Euro Ablöse, die Schalke für ihn an den VfB Stuttgart überwies, „aber der Verein hat auch viel dafür bekommen.“ Viermal ist Schalke in den sechs Jahren mit ihm unter den ersten Drei gelandet – der Klub hat schlechtere Zeiten erlebt als die Jahre mit Bordon. Auch wenn es für ihn in Deutschland noch zu keinem Titel gelangt hat: Weder in den fünf Jahren in Stuttgart, noch bisher in Schalke. Doch das kann sich ja noch ändern...

Natürlich wäre es ein Ding, wenn Schalke die Bayern noch abfangen könnte und ihnen die Schale wegschnappen würde. Doch Bordon ist immer gut damit gefahren, nicht zu große Töne zu spucken: „Die Bayern sind gut drauf, wir haben wenig Chancen“, sagt er, um dann leise nachzulegen: „Aber im Fußball ist alles möglich.“ Schalke muss die beiden Spiele daheim gegen Bremen und dann zum Abschluss in Mainz gewinnen und zudem auf einen Ausrutscher der Bayern hoffen.

Am Samstag gegen Bremen – es könnte tatsächlich das letzte Spiel von Marcelo Bordon in der Arena sein. Man will nicht wirklich dran glauben, und Schalkes langjähriger „Capitano“ hofft auch, dass es nicht soweit kommt. Zumindest erlaubt er sich den dezenten Hinweis, dass auch ein Christoph Metzelder in Schalke nicht sogleich von Null auf Hundert durchstarten kann. „Jeder Spieler, der neu in diesen großen Verein kommt, muss sich erstmal hier integrieren – das kann sechs Monate dauern.“

Die Schweißperlen auf Bordons Stirn, sie sind mittlerweile getrocknet. Ob es ein Spaß ist, als er sagt: Wenn Schalke Meister wird – „dann wäre der Zeitpunkt für den Abschied optimal.“

Manfred Hendriock



Kommentare
28.04.2010
19:41
Wenn es am Schönsten ist
von DerlahmePhilipp | #2

Metzelder bracht seine Zeit und Bordon wird mit 34 immer mehr Ruhezeiten benötigen. Also was sollen seine öffentlichen Fragen an den Trainer?
Je höher Schalke in der BuLi und in Europa klettert, desto weniger Stammplätze wird es geben. Die meisten Positionen sollten doppelt sein und der Kader sollte über vielseitig einsetzbare Spieler verfügen. Die derzeit sechs Innenverteidiger sind m.E. vielseitig einsetzbar.

28.04.2010
19:15
Wenn es am Schönsten ist
von schalker träumt | #1

Egal wie er sich entscheiden wird. Marcelo wird immer ein Schalker bleiben. Sollte Er wirklich aufhören gehört Er in die Ehrenkabine, natürlich als Ehrenspielführer.

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