Wenn der Staat groß bauen will
22.08.2012 | 17:46 Uhr 2012-08-22T17:46:00+0200
Pfusch am Bau ist bei großen öffentlichen Projekten inzwischen die Regel – oft zu Lasten der Steuerzahler. Für Duisburg ist es peinlich. - Ein Kommentar.
Ungutes hört man von Duisburgs guter Stube. Die fünf Jahre alte neue Mercatorhalle kann zunächst nicht mehr genutzt werden. Mit Brandschutzmängeln begründet der Oberbürgermeister die Entscheidung. Für Duisburg ist es peinlich.
Für die ganze Republik ist es nur ein Alarm mehr. Pfusch am Bau ist bei großen öffentlichen Projekten inzwischen die Regel – oft zu Lasten der Steuerzahler.
In München muss die Pinakothek nach einem Jahrzehnt saniert werden. In Berlin wurde bei Sicherheit und Funktionalität so geschlampt, dass der neue Flughafen erst mal ein Torso bleibt. Bei der Suche nach den Ursachen wird man auf den enormen Kostendruck der öffentlichen Hand stoßen, der Billiganbieter anlockt. Die Baubranche ist zudem korruptionsanfällig. Staatliche Gremien sind zunehmend unfähig zu wirkungsvoller Aufsicht. Es gibt viel Reformbedarf.
13:27
Das ist doch wieder alles blanker Hohn. Wer beischei*en will, der tut das nicht nur bei der öffentlichen Hand, sondern auch im bereich nicht öffentlicher Projekte. Nur mit dem Unterschied, dass die öffentlichen Projekte immer in den Mittelpunkt gestellt werden.
Wie war/ist es doch gleich noch bei Thyssen/Krupp in Brasilien? Milliarden in den Sand gesetzt. Und wer dann glaubt, der Steuerzahler wäre nciht daran beteiligt, der irrt gewaltig. Was passiert täglich bei tausenden Häuslebauern, die nicht von seriösen Bauträger kaufen, sondern selbst Planen, Bauen und überwachen? Da passiert ständig der ganz große Beschi*. Es sind die Unternehmen, die Anbieten zum kleinen Preis und sich den Rest über "das war nicht vereinbart" beim Kunden oder der Öffentlichkeit holen.
Es gibt sicherlich unvermögen bei dem einen oder anderen Behördenmitarbeiter. Keine Frage. Aber der Artikel suggeriert ja, dass der Crash der Normalfall sei. Das halte ich für schlicht überzogen.
21:44
In der Tat. Der Artikel zählt nur wenige Beispiele auf, bei denen Baumängel und Pfusch zum Baustillstand oder zu nachträglichen, kostenträchtigen Beanstandungen geführt haben oder bei denen es zu einer Baukostenexplosion kam. Die Liste lässt sich beliebig verlängern: Küppersmühle, Elbphilharmonie, der "Lange Eugen" in Bonn, das Landesarchiv in Duisburg, der neue Berliner Flughafen ... etc.., etc.. Die Kosten zahlt - wie üblich - der unbeteiligte Steuerzahler. Die Gründe für Fehlplanungen, mangelhafte Bauaufsicht, Korruption im Bauwesen, suspekte Beratung durch eine bestimmte Anwältin aus Düsseldorf (bezogen auf Duisburg) mögen vielfältig sein. Aber alle Desaster haben eines gemein: Die Kosten trägt der Steuerzahler, Schuldige werden weder ermittelt, noch zur Rechenschaft gezogen, eine Amtshaftung für öffentlich-rechtlich Beschäftigte gibt es immer noch nicht. Jeder kleine Ladendieb wird strenger bestraft als verantwortungslose Amtsträger.