Wenn der Job krank macht
28.04.2010 | 14:59 Uhr 2010-04-28T14:59:00+0200
Essen.Angst um den Arbeitsplatz, Mehrarbeit durch Einsparungen - das sorgt für Druck. Der Job wird immer öfter zum Krankheitsrisiko. Ungefährlich ist das nicht, denn dauerhafter Stress führt zu schwerwiegenden Krankheiten. Wie kann man das vermeiden?
Dem BKK-Gesundheitsreport zufolge stehen psychische Krankheiten wie Burnout oder Depressionen heute noch vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf Platz vier der häufigsten Leiden. Auslöser ist immer häufiger der Job.
Neue Arbeitsbelastung löst Stress aus
Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen, Infektanfälligkeit, Magenschmerzen und Übelkeit. Ursache dafür kann auch eine zu hohe Stressbelastung sein. „In den letzten 50 Jahren hat sich die Arbeitsbelastung stark verschoben“, sagt Dörthe Huth, psychologische Beraterin aus Gelsenkirchen. Statt körperlicher, entsteht im Job heute meist eine psychische Belastung. Die Ursachen liegen auf der Hand: Termindruck, Mehrarbeit und das Gefühl, die Arbeit nicht mehr bewältigen zu können.
„Aber auch Angst um den Job und vor Arbeitslosigkeit werden immer häufiger zum Problem“, sagt Huth. „Oft führt das dazu, dass man trotz Krankheit nicht zu Hause bleibt.“ Präsentismus nennen es Psychologen, wenn sich Menschen dauerhaft für ihren Job überanstrengen. „Meist sind sehr pflichtbewusste Menschen betroffen für die Arbeit im Vordergrund steht“, sagt Huth. Und das sei gefährlich, denn der Körper kann auch auf Dauer überlastet werden.
Außerdem könne eine nicht auskurierte Erkrankung verschleppt werden, womit sich der Heilungsprozess erheblich verlängert.
Stress wird unterschiedlich empfunden
Stress wird unterschiedlich wahrgenommen: „Was den einen stresst, muss den anderen nicht stören“, sagt Huth. Ob Stress empfunden wird, hängt allgemein von inneren und äußeren Faktoren ab. „Wie man eine Situation sieht, wie man sie interpretiert und bewertet – das sind innere, persönliche Faktoren.“ Äußere wie etwa Schichtdienst kann der Betroffene dagegen meist nicht beeinflussen.
Überforderung und Unterforderung
„Wichtig ist, dass man am Arbeitsplatz eine Aufgabe hat, die den Fähigkeiten angemessen ist“, sagt Huth. Eine dauerhafte Überforderung könne zu Stress und zum so genannten Burnout-Syndrom führen. Die hohe Belastung führe dazu, dass der Betroffene ausgebrannt und erschöpft ist. Die Erkrankung ist in vielen Fällen schwierig zu diagnostizieren, weil sie sich aus vielen Symptomen zusammensetzt.
Dazu gehören:
• Reizbarkeit
• sinkendes Selbstvertrauen
• wenig Arbeitszufriedenheit
• Schlafstörungen
• Erschöpfung
• Stressanfälligkeit
• depressive Verstimmungen wie Freudlosigkeit und Interessenverlust
Wird der Burnout nicht behandelt, kann es auch zu körperlichen Schäden kommen wie:
• Schwindel
• Herzrasen
• Zittern
• Muskelverspannungen
• Rücken- und Kopfschmerzen
„Da sich hinter diesen Beschwerden auch ernsthafte organische Erkrankungen verbergen können, sollte jeder mit diesen Symptomen zuerst zum Arzt gehen“, sagt Huth. „Wenn keine Ursachen gefunden werden, kann ein Psychologe oder Psychotherapeut helfen.“
Dabei kann auch zu wenig Arbeit und eine kontinuierliche Unterforderung krank machen. Das so genannte Boreout-Syndrom ist gekennzeichnet durch Langeweile, Lustlosigkeit und Desinteresse. „Auch das kann zu Stress und innerem Druck führen“, sagt Huth. „Und kann ebenso schlimm für den Betroffenen wie eine Überforderung.“
Nach Lösungen suchen
Der erste Schritt zur Lösung des Problem ist das Erkennen. „Nur wer sich einer falschen Arbeitsbelastung, Stress oder Unzufriedenheit bewusst ist, kann etwas ändern“, sagt Huth. Oft helfe schon reden. „Denn viele Probleme mit Kollegen sind durch fehlende Kommunikation verursacht.“
„Die wenigsten Menschen können, wenn sie im Job unzufrieden sind, kündigen“, sagt die Expertin. „Aber es gibt noch viele andere Möglichkeiten, Stress und Druck abzubauen.“ So gibt es verschiedene Entspannungsübungen wie autogenes Training und progressive Muskelentspannung. „Was hilft, ist bei jedem verschieden“, sagt Huth. „Auch laufen und tanzen kann entspannen.“

18:51
Lieber arbeitslos als Mausarm! Brauche meine Arme zum Klavierspielen. Hab ja genügend Freizeit zum Üben ;-)
10:13
Neues Denken schafft neue Chancen
Auswege aus der Angst- Stress- und Burnoutfalle.
Führt die visionslose Gesellschaft, erstarrt im Schock der Krise vermehrt zu Ängsten, Stress, Depressionen und Burnout? Ist die rasante Zunahme der psychischen Erkrankungen unvermeidlich, fragen die Business Doctors? Im Rahmen einer Ursachenanalyse in unserer Arbeitswelt sind sie fündig geworden, haben neue Ansätze gefunden, gegenzusteuern und Methoden entwickelt, nachhaltig vorzubeugen.
Im Schweiße Deines Angesichts…
„Im Schweiße Deines Angesichts sollst Du Dein täglich Brot verdienen.“ Ein Bibelzitat, dass unsere abendländische Kultur sowie unsere Zugänge zur Arbeitwelt in den letzten Jahrhunderten nachhaltig beeinflusst hat und dies heute noch zu tun scheint. Geprägt und dogmatisch indoktriniert durch die christliche Soziallehre haben wir es offensichtlich verinnerlicht, dass unser Schaffen und Arbeiten nur dann gottgefällig ist, wenn wir dabei leiden. Da laut aktuellen Studien in den Industrienationen bis zu 67% innerlich gekündigt haben und bis zu 89% mit ihrem Job unzufrieden sind – Tendenzen durchwegs steigend – scheint sich das Leiden und der Leidensdruck am Arbeitsplatz scheinbar zu bestätigen und wird offensichtlich vielfach noch durch geringe Arbeitsplatzqualität und sozial unverträgliche Arbeitsplätze getoppt. Verfolgen wir nun diese Gedanken weiter, können wir offensichtlich also nur unter eher trostlosen Rahmenbedingungen unser gottgefälliges Pensum erfüllen. Freude und Spaß an der Arbeit laufen also dieser tradierten Geisteshaltung diametral entgegen. Hier sehen die Business Doctors ebenso eine der Ursachen der ständig ansteigenden Stress- und Burnouterkrankungen.
Tempo, Stress und Burnout.
Ein zweiter, wesentlich stärker wirkender stress- und burnoutauslösender Faktor ist das ständig zunehmende Tempo in unserer Arbeitswelt, bedingt und begleitet von der permanenten globalen Erreichbarkeit. Möglichkeiten abzuschalten, werden somit sowohl von außen als auch durch selbst auferlegte Zwänge wie Erfolgs- und Konsumdruck geringer. Die kontinuierlich steigende Geschwindigkeit lässt uns scheinbar keine Zeitfenster zum Innehalten und Nachdenken offen. Wir sind zu Getriebenen geworden, haben uns aber auch zu einem hohen Prozentsatz selbst dazu gemacht.
Unsere Arbeitswelt mit einer Galeere zu vergleichen drängt sich hier nahezu auf. Wir sitzen also auf einer deprimierend schmucklosen Ruderbank im trostlosen Bauch einer Galeere. Der Trommler erhöht die Schlagzahl und wir wollen da eigentlich raus, haben jedoch Angst, den Haifischen vorgeworfen zu werden , ziehen aber trotz aller Negativa den Verbleib auf der Galeere vor (siehe die berufsgruppenspezifischen Burnoutstudien der Business Doctors, die eindeutig beweisen, dass bei zu geringer Wertschätzung, Sklaventreiberei, mangelnder Kommunikation und zu wenig Rekreationsmöglichkeiten Ängste, Stress und Burnoutfälle steigen, Produktivität, Wertschöpfung und Mitarbeiterzufriedenheit aber sinken). Das wird vielfach fälschlich als Zustimmung interpretiert, die Schlagzahl wird weiter erhöht und letztlich fällt der so ausgepowerte Mitarbeiter erst recht mit einem Burnout von der Ruderbank.
Ängste, Stress und Burnout, ein beträchtlicher Kostenfaktor.
Hier fängt sich nun die Kostenspirale für alle Betroffenen zu drehen an. Haben sich doch alleine in Österreich die curativen Kosten von 4,8 Milliarden Euro bedingt durch Stress und Burnout im Jahr 2007 auf 7 Milliarden Euro im Jahr 2009 gesteigert. Im gleichen Zeitraum hat sich die Anzahl der irreparablen Burnoutfälle verdoppelt. Die gesamte EU-Zone wird bereits mit 300 Milliarden durch diese Fehlentwicklung belastet.
Neues Denken schafft neue Chancen.
Spätestens hier sollte man beginnen nachzudenken und sich die Frage stellen, ob es nicht höchst an der Zeit wäre, neu zu denken, neue Wege zu gehen und zu versuchen, die Arbeitswelten den technologischen Entwicklungen anzupassen. Chill out – komm runter und kreiere Dich neu wäre ein grundlegender Ansatz. Recreation Areas, Entschleunigung statt Beschleunigung wären die Denkansätze für neue Arbeitswelten.
Aufgaben lösen ,statt Arbeit verrichten
Vor allem, um von dem Leidensprinzip der Arbeit wegzukommen, sollten wir, als Vision den negativ besetzten Begriff Arbeit auch in seiner Bedeutung durch den positiv besetzten Begriff Aufgabe ersetzen. Damit erreichen wir schnell neue und positive Positionierungen. Die Wertschätzung steigt und damit die Mitarbeiterzufriedenheit. Statt bei der Arbeit mit Wut gegen den „Trommler“ zu leiden, löse ich mit dem Team Aufgaben und fördere damit Produktivität und Wertschöpfung.
Vertrauensarbeitszeit und neue Arbeitszeitmodelle, sind erste Schritte in die richtige Richtung.
Vision oder gangbare Veränderung.
Die Business Doctors haben basierend auf ihren berufsgruppenspezifischen Stress- und Burnoutstudien neue Programme und Maßnahmepackages wie das erfolgreiche Change to Success Programm und das EPF (Economic Fitness Programm) entwickelt und können im Day to Day-Business beweisen, dass aus Visionen entwickelt, realisierbare Changeprozesse nachhaltige Veränderungen bewirken. Weitere Informationen zu den Studien wie auch zu den Programmen finden Sie unter www.business-doctors.at.
Hilfestellungen und einen Begleiter durch den täglichen Wahnsinn von Stress und Burnout können Sie als kostenfreien Vorabdruck unter dem Titel Don’t Panic: Du bist nicht allein unter http://www.business-doctors.at/panic/index.html abrufen.
09:41
@5 ... von Schlauen verachtet.....Ihnen scheint vom Intellekt der Zugang zu diesem Thema verstellt zu sein.Diese Menschen, die SIE mit einer untrüglichen Verachtung verbal erniedriegen,waren vielleicht lange die Stützen dieser Gesellschaft.Vermutlich sind viele durch auch so schlaue Leute wie SIE auf die Strasse gesetzt worden.Bei NOKIA,Siemens,auf den Hütten,Autozulieferer usw. wird es ganz sicher Masseneigenkündigungen gegeben haben,um IHREM Vorurteil Zucker zu geben....,kein Mensch braucht solche Dummpfspacken
08:38
Auch wenn die psychologische Hilfestellung nicht das Arbeitsklima verbessern kann, so hilft sie doch, damit besser umgehen zu können.
Da ist es aber wie überall, der Wille zur Veränderung muss aus einem Selbst kommen.
Die Sichtweise......das halbvolle oder halbleere Glas entscheidet jeder Mensch für sich selbst!
08:11
Gegen Stress im Job hilft das Herumfaulenzen in der sozialen Hängematte. Millionen Landsleute machen uns das vor.
23:20
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21:02
Ich finde es sehr gut das dieses Thema mehr in den öffentlichen Fokus gebracht wird, da Betroffene darauf aufmerksam werden sollen, dass sie mit ihrem Schicksal kein Einzelfall in unserer Gesellschaft sind.
20:02
Ganz einfach - humane Arbeitsplätze schaffen. Wenn dann jemand krank wird, liegt es vermutlich am privaten Umfeld. Und wer unbedingt bis zum Umfallen arbeiten möchte - dem sollte eben auch die Möglichkeit gegeben werden. Nur sollte das dann eben auf freiwilliger Basis passieren.
17:09
1 Dasselbe dachte ich auch gerade... Wie man hört, arbeitet ja auch die WAZ mit solchen Psychofortbildungen.
16:45
Natürlich - die Psychotherapie soll es mal wieder richten.
Es handelt sich aber überwiegend nicht durch psychotherapierbare Einzelschicksale, sondern Arbeitsverdichtung, Massenentlassungen etc. machen krank.
Da wäre dann eher die Gewerkschaft und politisches Engagement zielführend - und nicht das Einreden von Selbstverschuld (was kannst du auch so schlecht mit Stress umgehen - mach doch mal ne Therapieeeee duuuuu, dann bist auch wieder angepasst, glücklich und stellst keine weitergehenden Fragen - also kusch.)