Wellensittich mit Kahlschlag
09.06.2009 | 00:14 Uhr 2009-06-09T00:14:00+0200
Essen. Warum verliert der Wellensittich seine Federn? Um dieses und andere Probleme kümmern sich die Tierärzte Dr. Gmeiner und Dr. Höptner in unserer wöchentlichen Online Sprechstunde.
Frage: Einer meiner Wellensittiche hat am Bauch sehr viele Federn verloren und ist inzwischen kahl. Ich denke nicht, dass er sich die Federn ausgerupft hat, weil er nicht alleine, sondern mit drei anderen Wellensittichen zusammen lebt. Vor einiger Zeit sind ihm schon am Kopf sehr viele Federn ausgefallen. Diese sind aber nach einiger Zeit wieder nachgewachsen. Woran könnte es liegen? Hat mein Wellensittich evtl. eine Hormonstörung oder könnte es an falscher Ernährung liegen? Größtenteils essen meine Wellensittiche nur Körnerfutter; Obst und Gemüse meiden sie meistens.
Helmut Gmeiner ist Fachtierarzt für kleintiere. Er studierte Tiermedizin an der LMU München. 1991 erhielt er seine Approbation als Tierarzt.
Seine Arbeitsschwerpunkte sind "Orthopädische Chirurgie" und "Augenheilkunde".
Antwort: Gefiederungsstörungen bei Wellensittichen und papageienartigen Vögeln stellt ein häufiges Problem dar. Grundsätzlich ist ein infektiöses Gesehehen von nicht infektiösen Ursachen zu unterscheiden, Mauserprobleme mit verminderter Federneubildung (führt haufig zu Glatzenbildung) ist ebenfalls in Betracht zu ziehen.
bei infektiösen Ursachen unterscheidet man a, viral (Polyomavirus, Circovirus)
- parasitär (Federlinge, Milben, Endoparasitenbefall)
- mykotisch und bakteriell (Candida, Mallasezia, Kokken)
- zur Diagnosefindung sind Abstriche und / oder Blutuntersuchung (Federkiel) nötig.
Bei nicht infektiösen Ursachen kommen in Frage
- Organerkrankungen (Leber, Nieren)
- chronische Schwermetallintoxikationen (Blei, Zink)
- Mangelernährung (Aminosäuren, Vitamine, Mineralstoffe)
- Malabsortion (Bauchspeicheldrüsenunterfunktion, Magabakteriose, chron. Durchfall)
- hormonelle Imbalancen (Testosteron/ Progesteron zu hoch, Östrogen zu niedrig, Schilddrüsenhormone)
- genetische Ursachen (Qualzuchten, Immunerkrankungen/Allergien)
Christoph Höptner studierte Tiermedizin an der Università Degli Studio Milano. Seine Approbation als Tierarzt erhielt er im Mai 1995.
Seine Arbeitsschwerpunkte sind die "Kardiologische Diagnostik" - einschließlich Farbdopplersonographie - und die "abdominale Chirurgie".
Leider ist die Diagnosefindung häufig nicht möglich. Nur selten kann gezielt therapiert werden, wie z.B. bei einer Schwermetallvergiftung . So bleiben oft nur symptomatisch unterstützende Maßnahmen übrig.
Frage: Ich besitze ein nun 6 Jahre altes Kaninchen mit langem Fell. Ich habe das Gefühl, dass ihm die Hitze nun mehr zu schaffen macht als noch im letzten Sommer. Nun meine Frage. Könnte ich das Kaninchen auch kurz scheren oder würde das zuviel Stress für das Tier bedeuten? Im Freilauf sind immer auch Schattenplätze vorhanden. Das Kaninchen hat auch mit dem Fellwechsel an sich Probleme. Wenn das Winterfell ausfällt und ich es bürste, bekommt es erstmal kahle Stellen, dann wächst das Sommerfell nach. Aufgrund des langen Fells kann ich aber auf das Bürsten nicht verzichten. Auf Milben und andere Parasiten wurde es auch bereits untersucht.
Antwort: Generell spricht überhaupt nichts dagegen das Fell von Ihrem Kaninchen auf die von Ihnen gewünschte Länge herunterzuscheren. Heutzutage gibt es solch wunderbare geräuschlose Schermaschinen mit den verschiedensten Scherkopfaufsätzen, dass Sie somit den Streßfaktor für Ihr Kaninchen komplett streichen können.
Andererseits würde ich Ihnen empfehlen Ihr Kaninchen aufgrund der von Ihnen bemerkten körperlichen Beanspruchung bei Hitze einmal kardiologisch von einem Tierarzt Ihres Vertrauens untersuchen zu lassen, um eventuelle Herz-Kreislauferkrankungen auszuschließen. Denken Sie bitte auch daran den Stuhl von Ihrem Kaninchen regelmäßig durch eine Sammelstuhlprobe auf eventuelle Darmparasiten zu kontrollieren, da auch diese wenn vorhanden unter anderem zu Fellstörungen führen können
Frage: Mein Hamster macht dauernd Piepsgeräusche. Ich war auch schon bei einem Tierarzt und der Arzt meinte, er hat entweder Bronchitis oder Lungentumor. Die Medizin, die er mir gab, hat nicht geholfen, also hat mein Hamster den Tumor.. Wenn ich ihn laufen lasse, ist er immernoch so wild wie immer, nur er hat eben das Piepsen. Der Tierarzt hat mir geraten , mein Hamster einschläfern zu lassen, wenn er nicht gesund wird, aber muss das sein? Leidet mein Hamster sehr oder kann er damit noch leben?
Anwort: Wenn Ihr Hamster für Sie als Tierhalterin außer den von Ihnen geschilderten Piepsgeräuschen einen munteren und gesunden Eindruck macht, welchen Grund gibt es dann auch nur daran zu denken, den Hamster einschläfern zu lassen. Könnte es sich bei den von Ihnen geschilderten Piepsgeräuschen nicht auch um eine Erkältung der oberen Atemwege oder um eine Erkrankung der Stimmbänder handeln?
Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel den Hamster mit einem homöopathischen Präparat zur Aktivierung der unspezifischen Abwehr zu unterstützen. Ganz wichtig zur Beurteilung des Allgemeinbefindens ist für Sie als Tierhalter eine tägliche Kontrolle des Körpergewichtes des Hamsters und sein Freß, Trink, Kot und Urinverhalten. Zum Wiegen des Körpergewichts reicht oft eine einfache Haushaltswaage welche man zum backen in der Küche einsetzt vollkommen aus.
Haben auch Sie eine Frage zu Ihrem Haustier? Dann senden Sie diese einfach an tiere@derwesten.de
Die Antworten werden jeden Dienstag auf www.DerWesten.de/tiere vorgestellt.
Weitere Informationen zur Praxis von Dr. Gmeiner und Dr. Höptner finden Sie unter http://www.kleintierpraxis-mh.de/

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