Was ist eigentlich Katzenminze?
04.03.2009 | 22:25 Uhr 2009-03-04T22:25:00+0100
Essen. Geschlechtsreife Katzen werden von Katzenminze "animalisch" angezogen. Doch was passiert, wenn sie die Minze auffressen? Und was kann man tun, wenn der Wellensichttich die Zimmerpflanzen "zerfräßt"? Diese und weiteren Fragen beantworten die Tierärzte Dr. Höptner und Dr. Gmeiner.
Frage: Wir haben zuhause ein Katzen-Spielzeug, um das sich unsere beiden Kater ständig streiten. Beim Kauf war ein kleiner Beutel Katzenminze dabei. Die Katzenminze sollte unter einer Kratzmatte, die sich auf dem Spielzeug befindet, verstreut werden. Das habe ich getan - und seitdem sind beide vollkommen verrückt nach dem Spielzeug. Neulich hat einer der Kater das Beutelchen mit der Katzenminze entdeckt. Da ich nicht im Raum war, hat er es vollkommen zerfetzt und über den Boden verteilt. Als ich das Zimmer betrat, habe ich nur gesehen, wie der Kater die Katzenminze vom Boden aufgeleckt hat. Meine Frage: Ist das giftig? Und was ist eigentlich Katzenminze genau? Ist es überhaupt gut, wenn ich damit das Spielzeug "attraktiver" mache?
Helmut Gmeiner ist Fachtierarzt für kleintiere. Er studierte Tiermedizin an der LMU München. 1991 erhielt er seine Approbation als Tierarzt.
Seine Arbeitsschwerpunkte sind "Orthopädische Chirurgie" und "Augenheilkunde".
Antwort: Katzenminze (Nepeta cataria), gehört zu den Lippenblütlern, besitzt einen angenehmen, herben, zitronenartigen und an Minze erinnernden Geruch. Die Pflanze ist in Südeuropa, Asien und Afrika heimisch.
Der Name "Katzenminze" rührt daher, dass geschlechtsreife Katzen von dem Geruch der Katzenminze angezogen werden. Eine euphorisierende Wirkung wird bei etwa 50 % der Katzen beobachtet (auch bei kastrierten Tieren). Jungtiere und sehr alte Katzen zeigen nur eine geringe Anziehung und auf Ratten soll der Geruch sogar abstoßend wirken.
In der Volksmedizin werden Tees verwendet, welche schweißtreibend, entgiftend, harntreibend, fiebersenkend und leicht verdauungsfördernd wirken sollen.
Häufig wird Katzenspielzeug mit pulverisierter Katzenminze behandelt ,und man erreicht durch die leicht berauschende Wirkung ein höheres Interesse bei den Tieren. Vergiftungen kommen eigentlich nicht vor, eher eine Art Entzugserscheinung, welche sich in sponat entladener Aggressivität oder auch massivem Schwanzbeißen äussert. Bei Aufnahme größerer Mengen soll es zu psychischen Schäden des Nervensystems kommen, ähnlich einer Schizophrenie (sehr selten). Eine vergleichbare Wirkung auf die Katze hat Echter Baldrian.
Tierischer Streit zwischen zwei Rüden
Frage: Ich habe zwei Rüden, die sich immer gut vertragen haben. Vor anderthalb Jahren musste ich noch eine Hündin aufnehmen, da war noch alles in Ordnung. Vor drei Wochen musste ich sie einschläfern lassen und seitdem gehen die Hunde aufeinander los. Ich gehe dazwischen, aber was kann man dagegen unternehmen? Mein Tierarzt sagte, dass ein Hund weg muss. Aber es muss doch noch eine andere Möglichkeit geben?
Christoph Höptner studierte Tiermedizin an der Università Degli Studio Milano. Seine Approbation als Tierarzt erhielt er im Mai 1995.
Seine Arbeitsschwerpunkte sind die "Kardiologische Diagnostik" - einschließlich Farbdopplersonographie - und die "abdominale Chirurgie".
Antwort: Durch den Verlust Ihrer Hündin, sind Ihre beiden Hunde nun zu zweit und es ergibt sich eine neue Rangordnung, die erst gefunden werden muss. Es geht hierbei um die Gewinnung von Resourcen für jedes Tier. Leider habe ich keine Angabe über Rasse, Alter und Dominanzverhalten Ihrer Rüden.
Eine Kastration begleitend mit einer Verhaltenstherapie, wäre doch zunächst angebracht, bevor man sich entscheidet, eines der Tiere abzugeben. Würde in Ihrem Fall ein rein hormonell bedingtes aggressives Verhalten vorliegen, könnte mit einer Kastration beider Rüden, Abhilfe geschaffen werden.
Der Hormoneinfluss jedoch, ist in der Regel meist nicht allein für aggressives Verhalten verantwortlich.Hinzu kommt häufig erlerntes Verhalten. Deshalb macht eine Kastration nur in Zusammenhang mit einer umfangreichen Verhaltenstherapie Sinn.
Das Wiederzusammenführen der Hunde, kann zum Beispiel von einer Pheromontherapie, Bachblütentherapie, sowie der Nutzung der Psychopharmakologie und der Homöopathie unterstützt werden. Eine Verhaltenstherapie für Ihre Hunde, kann speziell auch durch unsere Praxis ausgearbeitet werden.
Vergiftung durch Pflanzen
Frage: Mein Wellensittich zerfräßt immer unsere Palme – leider weiß ich nicht, wie sie heißt, aber das ließe sich bestimmt noch raus bekommen. Ich mache mir jetzt Sorgen, dass das irgendwie ungesund sein könnte. Auch andere Blumen werden immer wieder Opfer von Vogel-Attentaten. Was für Pflanzen kann man denn in einem Haushalt mit einem Wellensittich halten? Welche müssen unbedingt sofort entfernt werden? Danke schon mal im voraus.
Antwort: Generell kann man sagen, dass eigentlich nur die Wellensittiche oder Papageien in der Wohnung gefährdet sind, die aus einem natürlichem Nagetrieb, Langeweile oder um Ernährungsdefizite auszugleichen, an Zimmerpflanzen herumknabbern. In den meisten Fällen werden die Pflanzen aber nur benagt, so dass selten eine erforderliche Menge an Giftstoffen aufgenommen wird und somit eine Gefährdung der Vögel durch Zimmerpflanzen eher gering einzuschätzen ist. Die nachfolgende Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, da die toxische Wirkung vieler Pflanzen auf Vögel unbekannt ist, bzw. einzelne Vogelarten unterschiedlich empfindlich reagieren.
Spezielle Pflanzen mit toxischer Wirkung sind:
- Aronstab
- Avocado
- Azalee
- Becherprimel
- Buche
- Clematis
- Dieffenbachie
- Efeu
- Eibe
- Eiche
- Gelbe Narzisse
- Judenbart
- Maiglöckchen
- Nadelhölzer
- Obstkerne
- Oleander
- Philodendron
- Robinie
- schwarzer Holunder
- Wachsblume
- Wilder Wein
- Wolfsmilchgewächse
Für Vergiftungen mit Pflanzenteilen sind keine spezifischen Gegenmittel verfügbar. Somit beschränkt sich die Behandlung erkrankter Vögel auf die möglichst rasche Entfernung des aufgenommenen Giftes und die symptomatische Behandlung der Folgeschäden wie zum Beispiel Kropfspülungen, Abführmittel, Eingabe von giftbindenden Substanzen oder auch Infusionen, welche die Giftausscheidung beschleunigen. Unterstützung von Kreislauf und Atemzentrum, Sauerstoffzufuhr. Bei Krämpfen Anwendung von Entkrampfungsmitteln. Gegebenfalls Breitbandantibiotika und wenn notwendig Zwangsernährung.
Die Online-Sprechstunde
Haben auch Sie eine Frage zu Ihrem Haustier? Dann senden Sie diese einfach an tiere@derwesten.de.
Die Antworten werden jeden Dienstag auf www.DerWesten.de/tiere vorgestellt.
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Weitere Informationen zur Praxis von Dr. Gmeiner und Dr. Höptner finden Sie unter http://www.kleintierpraxis-mh.de

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