Waldbestattungen in Olpe bald möglich?
03.09.2008 | 17:36 Uhr 2008-09-03T17:36:56+0200Olpe. (-ws-) Die Chancen, dass es im Olper Stadtgebiet in absehbarer Zukunft einen Bestattungswald geben wird, stehen nicht schlecht. ...
... Jedenfalls sind inzwischen alle vier Fraktionen im Stadtrat grundsätzlich dafür, Waldbestattungen zu ermöglichen. Das ist der Tenor einer Podiumsdiskussion, zu der die Olper SPD-Fraktion eingeladen hatte. Vor einem halben Jahr im Stadtrat hatte das noch ganz anders ausgesehen. Ende Februar war ein Antrag der SPD, eine Waldbegräbnisstätte einzurichten, mit sechs gegen 17 Stimmen bei zehn Enthaltungen abgelehnt worden. Nein-Stimmen und Enthaltungen kamen damals durchweg aus den Reihen von CDU und UCW.
Doch in den beiden "C-Fraktionen" hat es seitdem einen Wandel gegeben. "In der CDU gab es einen Umdenkungsprozess. Heute stehen wir der Frage wesentlich offener gegenüber", betonte CDU-Fraktionschef Klaus Klapheck bei der Podiumsdiskussion. "Bei uns gibt es inzwischen eine klare Mehrheit für einen Bestattungswald", sagte der stellvertretende UCW-Fraktionschef Frank Kreinberg. SPD und Grüne waren von Anfang an dafür gewesen, die Möglichkeit von Baumbestattungen auch in Olpe anzubieten.
Bürgermeister Horst Müller hatte das Thema Bestattungswald nach dem Nein im Rat nicht einfach zu den Akten gelegt, sondern die Verwaltung beauftragt, ob und in welcher Form man diese recht neue Form der Bestattung in Olpe verwirklichen könne. Es wurden Gespräche mit den Betreibern der umliegenden Ruheforste in Hilchenbach und Friesenhagen geführt und zudem untersucht, wo im Stadtgebiet ein Bestattungswald überhaupt möglich sein. Im Gespräch sind der Kommunalfriedhof, der Waldfriedhof in Sondern und der Stadtwald in der Haardt.
Bei diesem "ebenso sensiblen wie schwierigen Thema", so Müller, seien aber "die Recherchen noch nicht abgeschlossen". So müsse geklärt werden, ob einer der beiden kommerziellen Betreiber Friedwald GmbH und Ruheforst GmbH überhaupt Interesse am Standort Olpe hätten. Zudem sei zu prüfen, ob diese Firmen auf einer Mindestgröße von 30 Hektar bestehen, die in Olpe bzw. Sondern nicht gegeben sei.
"In den nächsten Tage führen wir Gespräche mit Vertretern von Ruheforst und Friedwald", sagte Müller gestern. Falls die Firmen abwinken, werde die Verwaltung vorschlagen, Baumbestattungen in kommunaler Trägerschaft zu ermöglichen. Angesichts vieler offener Fragen werde es noch einige Zeit bis zu einem Beschluss dauern, so der Bürgermeister zur WR: "Eine Entscheidung in diesem Jahr schließe ich aus. Wir müssen uns die Zeit lassen, die Sache vernünftig zu machen." Müller zeigte sich zufrieden, "dass jetzt alle Fraktionen an einem Strick ziehen wollen."

0mitdiskutieren