Vorurteile durch Begegnung abbauen
16.10.2009 | 17:47 Uhr 2009-10-16T17:47:00+0200Integration ist wie Zähneputzen. Das sagt zumindest Pilar Mesa Navarro, stellvertretende Vorsitzende des Siegener Integrationsrates.
„Integration kann nur durch regelmäßige Gespräche stattfinden”, erklärt sie – genauso, wie Zähne nur durch regelmäßige Pflege weiß und gesund bleiben.
Plattformen für den Austausch schaffen
Ein Vergleich, der nicht so weit hergeholt ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Denn Integration bedeutet, dass Menschen gegenseitig ihre Kulturen und die damit verbundenen Lebenseinstellungen verstehen und akzeptieren lernen. Dazu seien vor allem Diskussionen und der Austausch von Erfahrungen notwendig, so Mesa Navarro. Eine Plattform dafür sollen ab dem 29. Oktober die „Interkulturellen Tage” bilden, denn hier sollen den Menschen in 19 Veranstaltungen, die bis auf eine allesamt kostenlos sind, andere Kulturen nahegebracht werden. „Unser Leben ist durch Vorurteile gekennzeichnet”, sagt Fritz Hiller, Leiter von KulturSiegen. Und diese sollen durch den persönlichen Austausch beseitigt werden. Gesprächsstoff wird es während und nach Ausstellungen, Lesungen, Vorträgen, Workshops, Themennachmittagen oder Filmen genügend geben, weil Schicksale, Erfahrungen und Tatsachen vermittelt werden, die viele Menschen aus ihrem eigenen Lebensumfeld nicht kennen. Armut in Afrika, türkische Heiratsmigrantinnen in Deutschland oder die Islamisierung in Indonesien sind Themenbeispiele, die die enorme Bandbreite des Programms vor Augen führen. Damit sollen alle 130 Nationalitäten, die in Siegen mehr oder weniger zahlreich vertreten sind, angesprochen werden.
Stadt Siegen steuert 3000 Euro bei
„Die Migration als Realität nicht einfach zu verdrängen, sondern sie vielmehr akzeptieren und gestalten zu wollen, ist eine zentrale gesamtgesellschaftliche Aufgabe”, betont Bürgermeister Steffen Mues im Vorwort zum Programm. Die Stadt Siegen fördert die Interkulturellen Tage in diesem Jahr erstmals mit 3 000 Euro. Dadurch kam auch die Zusammenarbeit von KulturSiegen und dem Integrationsrat unter Leitung von Isabella Ghira zustande.

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