31:29-Erfolg in Ferndorf
Vor 1000 Fans feiert VfL Eintracht Sieg der Moral
14.03.2010 | 21:11 Uhr 2010-03-14T21:11:00+0100
„Das war ein Sieg der Moral”, frohlockte Michael Wolf, Trainer des Handball-Regionalligisten VfL Eintracht Hagen, nach dem 31:29 (17:12)-Erfolg seines Teams vor 1000 Zuschauern im Südwestfalen-Derby beim TuS Ferndorf.
Am Abend seines 44. Geburtstags durchlitt der Eintracht-Coach ein Wechselbad der Gefühle. Basierend auf der Super-Leistung von Keeper Björn Minzlaff haben die Volmestädter 36 Minuten alles im Griff. Weil Niclas Pieczkowski und Thomas Brannekämper der löchrigen Abwehr der Siegerländer die Bälle um die Ohren hauten, schien bei einer 19:12-Führung alles in Butter.
„Doch irgendwann musste der Einbruch kommen", hatte es Michael Wolf geahnt. „Unsere Verletzungs-Misere konnten wir nicht so einfach wegstecken.” Pieczkowski, nach sieben Treffern im ersten Durchgang in Halbzeit zwei fast gar nicht mehr auf dem Feld, fehlte an allen Ecken und Enden. Seinem Trainingsrückstand nach Magen-Darm-Infekt musste er Tribut zollen.
Andere, wie Thomas Brannekämper und Patrick Lütgenau, mussten trotz Waden- und Knieproblemen die Partie durchstehen. Sie waren es am Ende, die den Unterschied ausmachten. „Riesen-Kompliment an meine Mannschaft. Wie sie die immer mehr aufkommenden Ferndorfer am Ende in die Knie zwang, verdient Hochachtung.”
Die Siegerländer, mit dem begeisterten Publikum im Rücken, holten nach dem Sieben-Tore-Rückstand auf, hatten beim 25:25 (48.) den Ausgleich geschafft, Timo Blanz ließ sogar die Führung folgen.
„Jetzt hieß es dagegen halten”, so Wolf, „gegen 1000 Zuschauer anzuspielen, den Lauf der Ferndorfer zu stoppen. Und das hat geklappt.”
Die Partie steht jetzt auf des Messers Schneide. Es ist die einmal mehr starke 6:0-Deckung der Eintrachtler mit einem nach kurzer Schwächephase wieder erstakten Minzlaff dahinter, die an diesem Abend den Unterschied ausmacht. Der Ferndorfer Rückraum beißt sich die Zähne aus, am Kreis gibt es keine Lücke.
Der VfL lässt nur diesen einen Rückstand zu, zieht wieder an und hat das bessere Ende für sich, als Marius Kraus von Rechtsaußen Sekunden vor der Schlusssirene den entscheidenden Hieb setzt.
„Ich sehe gar nicht auf die Tabelle”, so Wolf nach dem nervenaufreibenden Derby, „wer am Ende oben steht, steigt auf. Wenn wir in der Endphase der Saison noch dabei sein können, ist alles möglich.” Vom Titel redet Wolf nicht. Er war froh, an seinem Geburtstag mit dem Gefühl den Bus zu besteigen, eine intakte Mannschaft zu haben, mit der es Spaß macht zu arbeiten. „Jeder steht hier für jeden ein, das hat sich heute einmal mehr gezeigt.”
Vfl Eintracht: Minzlaff, Tesch; Brannekämper (7), Cengiz, Pries (2), Lütgenau (7/5), Oberste (4), Pieczkowski (7), Sideri, Wulf, Schulte-Berthold (3), Kraus (1). - Hauptschützen Ferndorf: Lange (8/4), M. Sijaric (6), Feldmann, Aust (je 4).

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