Viele Siegener „gingen denken”
16.12.2008 | 22:06 Uhr 2008-12-16T22:06:00+0100
Siegen. Keine Neonazis in unserer Stadt! Mehr als 2500 Siegenerinnen und Siegener gingen gestern für diese Forderung auf die Straße.
Die verschiedenen gesellschaftlichen Kräfte - neben vielen anderen zum Beispiel Schulen, Parteien oder Gewerkschaften - hatten vor wenigen Tagen dieses „Bündnis für Demokratie” geschmiedet (die WR berichtete). Sie wollten nicht hinnehmen, dass Rechtsradikale den 16. Dezember, den Tag des Erinnerns an die Zerstörung Siegens durch alliierte Bomber 1944, für sich vereinnehmen.
Um 16 Uhr hatte sich der Zug vor dem Apollo-Theater versammelt, um dann durch die Kölner Straße hinauf zum Marktplatz zu ziehen. „Geh denken!” hatten die Organisatoren die Gedenk- und gleichzeitig Protest-Veranstaltung benannt.
Viele Menschen waren ausgerüstet mit Plakaten oder Transparenten. Eine Aufschrift lautete etwa „Keine Nazis in Siegen”. Dicht gedrängt stand die Menschenmasse dann schließlich vor dem Rathaus-Gebäude, vor das der DGB einen Kundgebungs-Wagen gestellt hatte. Den rund 2500 Menschen rief Bürgermeister Steffen Mues zu: „Ich bin froh und stolz auf unsere Stadt, weil so viele dem Aufruf unseres Bündnisses gefolgt sind."
Eine Gruppe von Rechtsradikalen traf sich am Abend vor dem Löhrtor-Schwimmbad. Sie marschierte in Richtung Oranienstraße und wieder zurück - stets umgeben von Polizeibeamten. Die Befürchtung, dass es zu Auseinandersetzungen mit Autonomen kommen könnte, bestätigte sich glücklicherweise nicht. Die über 500 meist auswärtigen Polizisten hatten die Situation jederzeit im Griff – selbst als einige Gegendemonstranten versuchten, über die Absperrung am Löhrtor-Gymnasium zu klettern.
