Kino
Verblendung
29.09.2009 | 07:30 Uhr 2009-09-29T07:30+0200Mit dem Thriller "Verblendung" kommt die glänzende Verfilmung des Bestsellers von Stieg Larsson ins Kino.
Jedes Jahr dasselbe: Pünktlich zum Geburtstag erhält Henrik Vanger (Sven-Bertil Taube) von seiner Nichte Harriet eine Trockenblume geschenkt. Doch die Sache hat einen Haken: Das Mädchen wird seit vierzig Jahren vermisst und wurde längst für tot erklärt. Henrik ist sich sicher, dass ihn Harriets Mörder mit den Präsenten verhöhnen will. Um endlich Licht in das Geheimnis zu bringen, beauftragt er den gewieften Mikael Blomkvist (Michael Nyqvist) mit dem Fall. Doch auch der Journalist tappt zunächst im Dunkeln. Bis ihm die Hackerin Lisbeth Salander (Noomi Rapace) zu Hilfe eilt.
Deutscher Kinostart: 01.10.2009
Regie: Niels Arden
Darsteller: Michael Nyqvist, Noomi Rapace, Lena Endre, Sven-Bertil Taube u.a.
Mit der "Millennium-Trilogie" gelang dem schwedischen Schriftsteller Stieg Larsson erst nach seinem Tod der internationale Durchbruch. "Verblendung", der erste Roman aus dieser Reihe und 2008 das meistverkaufte Buch in der EU, findet nun seinen Weg ins Kino. Dabei klingt die Handlung zunächst einmal wenig spektakulär. Es geht um ein verschwundenes Mädchen, das noch dazu seit vier Jahrzehnten vermisst wird. Knisternde Hochspannung verspricht das nicht.
Doch das ist ein Irrglaube. Die Geschichte entfaltet eine ungeahnte Sogwirkung. Mit seiner Romanverfilmung ist dem schwedischen Regisseur Niels Arden Oplev ein opulenter Thriller gelungen, der nicht bloß aufgrund seiner düsteren Atmosphäre überzeugt. Der Film gefällt ferner durch seine vielschichtige Handlung, die sich neben dem eigentlichen Kriminalfall auch mit den persönlichen Hintergründen der beiden Ermittler befasst.
Lisbeth redet nicht viel
So erlebt der Zuschauer einen Mikael "Kalle" Blomkvist, der unlängst selbst mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist. Seine letzte größere Recherche brachte ihm eine Verleumdungsklage ein, die in der Verurteilung zu einer mehrmonatigen Haftstrafe mündete. In wenigen Wochen hat Mikael die Strafe anzutreten. Für die Lösung des Vanger-Falles bleibt somit nicht allzu viel Zeit.
Noch wesentlich diffiziler ist wiederum die Biografie seiner Assistentin Lisbeth Salander. Die von Noomi Rapace glänzend gespielte Hackerin fällt bereits durch ihren düsteren Gothic-Look ins Auge. Daneben präsentiert sie sich als ungemein introvertierte Frau. Lisbeth redet nicht viel, sie handelt. Und wehe, es kommt ihr jemand in die Quere. Die Persönlichkeiten des Journalisten und der Computerspezialistin zu durchleuchten, stellt sich als mindestens ebenso spannend dar, wie der vordergründige Auftrag.
Das deutet bereits an, dass Larsson ursprünglich eine zehnbändige Bücherreihe über die beiden ungleichen Ermittler verfassen wollte. Doch sein tödlicher Herzinfarkt im November 2004 stoppte dieses Vorhaben abrupt. Nur drei Romane wurden von Larsson vollendet und posthum veröffentlicht.
Die bereits abgedrehten Verfilmungen von "Verdammnis" und "Vergebung" sollen im Verlauf des kommenden Jahres folgen. Unbedingt ansehen! (ddp)
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