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Prozess

Vater wollte Kind aus dem Fenster werfen

02.09.2010 | 18:27 Uhr
Vater wollte Kind aus dem Fenster werfen

Düsseldorf. Ein 31-Jähriger hatte gedroht, seinen einjährigen Sohn aus dem Fenster zu werfen, wenn seine Frau nicht komme. Nun steht er wegen Geiselnahme vor Gericht.

Wegen Geiselnahme ist ein arbeitsloser Maler (31) angeklagt, weil er gedroht hat, seinen 13 Monate alten Sohn aus dem Fenster zu werfen, wenn er nicht mit seiner Frau reden dürfe.

Laut Anklage hat der Angeklagte am Abend des 2. Mai laut am offenen Fenster im zweiten Stock telefoniert, während das Kind auf der Fensterbank saß. Eine besorgte Nachbarin hatte damals die Polizei in die Gogrevestraße gerufen.

Die Beamten sperrten die Straße. Ein Polizist berichtet, wie der Mann sie wegschickte, sonst werfe er das Kind aus dem Fenster. Dabei habe er es an beiden Händen hinaus gehalten. Später habe er seine Frau sprechen wollen, immer wieder das Kind hinausgehalten.

„Das war eine Katastrophe“

Nach 45 nervenaufreibenden Minuten konnte ihn die Polizei beruhigen, er kam mit dem Jungen nach unten und ließ sich festnehmen.

Der zierliche Angeklagte im Sweatshirt rutscht während es Prozesses unruhig auf seinem Stuhl herum, seine dunklen Augen schweifen durch den Gerichtssaal und immer wieder zu seiner Frau. Genauso fahrig ist seine Aussage. Wenn der Anwalt nicht gesagt hätte: „Er wird die Tat einräumen“, man würde die Aussage des Angeklagten nicht so verstehen.

Ob der das Kind aus dem Fenster gehalten habe? „Das weiß ich nicht so ganz genau.“ Dann: „Ja, als die Polizisten kamen, damit er in Sicherheit ist.“ Warum er das Kind überhaupt auf die Fensterbank gesetzt habe? „Damit er frische Luft bekommt.“ Auf Nachfrage des Verteidigers bestätigt er aber, dass er glaube, das Kind sicher zu halten. Heute wisse er, dass das „eine Katastrophe“ war: „Es tut mir auch leid.“

Zehn Flaschen Bier am Tag

Er war damals allein mit dem Jungen, seine Frau war unterwegs, ihre übrigen drei Kinder waren bei der Mutter seiner Frau - ihnen war das Sorgerecht für sie entzogen worden. Er hatte wie üblich rund zehn Flaschen Bier getrunken, seine tägliche Ration seit Jahren. Zwei Entziehungskuren halfen nichts.

Seine Frau (27) ist es, die von ihrem Streit kurz zuvor erzählt. Sie hatte sich über seine laute Musik geärgert, sie schrien sich an, schließlich ging sie mit den Worten: „Ich gehe jetzt! Ich will die Trennung.“ Sie hätte aber später mit ihm reden wollen. An Trennung habe sie gedacht, weil er nach der Haft-Entlassung 14 Tage zuvor wieder trank.

Als sie das Haus verlassen hatte, habe er auf dem Handy angerufen, gedroht: „Wenn du nicht kommst, schmeiße ich deinen Sohn aus dem Fenster!“ Dann habe er gesagt, er wolle zurück ins Gefängnis, werde alles dafür tun. Als sie besorgt um ihr Kind umkehrte, war die Polizei da.

Der Prozess geht Montag weiter.

Katharina Rüth

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Kommentare
03.09.2010
14:27
Vater wollte Kind aus dem Fenster werfen
von panecho | #2

Was soll man da machen ? Wegschliessen, denn er wird weitersaufen und irgendwann flippt der Typ ganz aus und dann gibt es Tote. So traurig das klingt, aber so ist es nun mal.

03.09.2010
10:08
Blockierter Kommentar.
von immerdieselben | #1

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