Uni-Reform birgt Chance zu neuen Perspektiven
18.02.2010 | 18:54 Uhr 2010-02-18T18:54:00+0100
Siegen. Die Uni Siegen steht vor der größten Strukturreform ihrer Geschichte.
Mit seinem Grundsatzbeschluss stellte der Senat am Mittwoch die Weichen für die Neugliederung – weg von den zwölf Fachbereichen hin zu vier Fakultäten (wir berichteten). Im Januar 2011 soll die neue Struktur bereits stehen: Vor den Beteiligten liegt also ein (Haardter) Berg voller Arbeit.
„Das wird das nächste halbe Jahr ein Arbeitsschwerpunkt sein”, sagte Rektor Prof. Holger Burckhart am Donnerstag im Gespräch mit unserer Redaktion. „Aber diese Arbeitszeit ist gut investiert.” Das Vier-Fakultäten-Modell ermögliche unter anderem eine höhere Interdisziplinarität in Forschung und Lehre – und könne die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Uni Siegen massiv verbessern.
Rektor weist Kritik an
Kommunikation zurück
Zwar hatte der Senat nicht die vom Rektorat ursprünglich angedachte Änderung der Uni-Grundordnung beschlossen, gleichwohl aber ein klares Votum für das Vier-Fakultäten-Modell abgegeben. 22 der 24 anwesenden Senatsmitglieder mit Stimmrecht sprachen sich dafür aus. „Das sind über 90 Prozent – mit so einem Ergebnis habe selbst ich nicht gerechnet”, so der Rektor.
Die Symbolträchtigkeit, die er sich gewünscht habe, sei durch diese Mehrheit erreicht, auch wenn die eigentliche Änderung der Grundordnung noch bis zum 31. Dezember auf sich warten lassen kann. „Wir haben dennoch ein deutliches Zeichen gesetzt, welchen grundsätzlichen Schritt die Uni tut”, betont Burckhart. Der Senat beschloss zudem mit 21-Ja-Stimmen die thematischen Schwerpunkte der künftig vier Fakultäten.
Die Unterstrukturen und finalen Namen würden in den kommenden Monaten innerhalb der Noch-Fachbereiche und Bald-Fakultäten festgelegt. „Das Rektorat wird dabei prozeduale Hilfe und Orientierung bieten”, kündigt Burckhart an. Der Rest geschehe „Bottom-up”, werde also von den Fakultäten festgelegt und ans Rektorat kommuniziert. Festhalten möchte der Rektor an der Einrichtung einer Arbeitsgruppe, die den Prozess „begleiten, aber nicht determinieren soll”.
Offener Prozess
mit vielen Potenzialen
Die Kritik, die an seinem Kommunikationsstil innerhalb des bisherigen Ablaufes geäußert worden sei, könne er „so nicht akzeptieren”. Prof. Peter Buchholz (FB 7), Mitglied des Senats, sprach in der Sitzung am Mittwoch davon, dass in den Vorgesprächen „wenig von dem, was wir gesagt haben”, eingeflossen sei. Und zum Rektor gewandt: „Sie haben sich hingestellt und gesagt, was gemacht wird. Schweigen ist keine Zustimmung. Wir haben allen Kollegen Gespräche angeboten. Die wurden aber unterschiedlich wahrgenommen”, kommentierte der Rektor den Vorwurf im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Dekane seien regelmäßig eingebunden worden, der Personalrat habe die Transparenz gelobt.
Der weitere Verlauf der Neustrukturierung sei in weiten Teilen offen. Die Zuordnung der Fächer zu den Fakultäten sei zwar schon weitgehend mit den Betroffenen geklärt, die genauen Modalitäten und Schwerpunksetzungen innerhalb der Fakultäten sollen sich aber in den Diskussionen der näheren Zukunft herauskristallisieren. Dabei handele es sich nicht nur um einen technokratischen und formalen Prozess, sondern auch um „einen Prozess der inhaltlichen Selbstvergewisserung, der neue Perspektiven eröffnen wird”, ist Burckhart überzeugt. Im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) habe diese Entwicklung schon konkret begonnen.

22:45
Ole Studiengebüren müssen ja irgendwo hin, haben ja sonst nix damit zu tun, dann gestalten wir die Fachbereiche in Fakültäten um!!!!!!Ole