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Über dem Durchschnitt

28.09.2009 | 15:44 Uhr
Katrin Wieler, vom RV Graf Haeseler Sonsbeck, startete in Neukirchen auf Pilgrim. Foto: Lars Froehlich / WAZ FotoPool
Katrin Wieler, vom RV Graf Haeseler Sonsbeck, startete in Neukirchen auf Pilgrim. Foto: Lars Froehlich / WAZ FotoPool

Reiten. Beim RV Neukirchen zeigten 1533 Starter beim Dressur- und Springreitturnier tolle Leistungen. Und alle waren zufrieden.

Viel besser hätte das Wetter auf dem Gelände des Reitvereins Neukirchen sein können – strahlender Sonnenschein verschaffte den Dressur- und Springreiter am vergangenen Wochenende einen würdigen Rahmen.

Besonders zufrieden zeigte sich der Vorsitzende des Klubs, Ralf Dassoudil, über die 1533 Nennungen – fast doppelt so viele wie im Vorjahr: „Wir wurden von der Resonanz förmlich überrollt.”

Sportlich zeigte sich Franz-Josef Clasen, Landeskommission Rheinland und Richter bei der Dressur, zufrieden: „Die Prüfungen waren über dem Durchschnitt, wenige Noten unter befriedigend.”

„Was das Tier so macht”

Das Lob galt auch der 14-jährigen Nina Baumann vom RV St. Georg Alpen, die in ihrer Dressur-Altersklasse den Sieg davontrug: „Das Pferd war lieb, aber ich hatte kein gutes efühl – es lag wohl am Richter”, lachte sie.

Wie immer litten die Eltern mit ihren Kindern in Reithalle und Außenviereck mit. „Meiner Tochter vertraue ich schon, aber man was nie, was das Tier so macht”, gestand Claudia Klingen.

Sportliches Highlight am ersten Tag waren das M-Springen und die Pony-FEI-Prüfung – eine internationale Prüfung mit Seltenheitswert auf Turnieren – im Flutlicht. Im Springen holte sich Dennis Wissem vom RuF Lobberich einen Doppelsieg, die Dressur gewann Nathalie Overmann vom RuF Hünxe.

Emotionaler Höhepunkt: die Verleihung des Goldenen Reiterabzeichens an Christiane Knitter vom RV Neukirchen. „Ein schönes Gefühl”, dankte die 43-Jährige ihrem Wallach „Don Luca”, ihrem Coach Gerd Niersmann – und tanzte später ausgelassen auf dem Tisch im Zelt.

Spektakulär ging es am Sonntag beim „Ride&Drive” zu – einer Mischung aus Springen und Quadfahren im Parcours. Marina Ermen vom A-Team des RV Seydlitz Kamp war mit ihrem Freund Christian Hanke die Schnellste. „Ich bin bewusst rechts abgestiegen, damit ich schneller beim Quad bin”, verriet die 23-jährige ihr Erfolgsgeheimnis.

Danach folgten die M-Springen mit Siegerrunde – den „Preis der Sparkasse am Niederrhein” heimste Anne Gulich vom RuF von Schmettow Eversael auf „Casero” mit zwei fehlerlosen Ritten ein.

ONLINE Bilder vom Turnier: www.derwesten.de/sport-moers

Ergebnisse folgen

Alexander Florie

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Kommentare
29.09.2009
08:35
Über dem Durchschnitt
von Antonietta | #1

Leistung zählt – und der Wille zum Sieg. Kein Wunder, dass bei ehrgeizigen Reitern die Belange der Tiere nicht unbedingt an erster Stelle stehen. Fünf Problemfelder brennen den Tierschützern dabei besonders unter den Nägeln: Doping, Zaumzeug, Pferdehaltung, Trainingsmethoden sowie die grundsätzliche Einstellung der Menschen, die mit Pferden zu tun haben.

Wer würde bestreiten, dass Offenställe für die Pferdehaltung bestens geeignet sind? Die Tiere haben, was sie brauchen: Luft, Licht und Kontakt zu Artgenossen. Vor allem aber die Freiheit, sich selbst für das eine oder andere zu entscheiden. Dennoch stehen die meisten Reitpferde in Deutschland in Boxen und haben nicht genügend Platz und Auslauf, um sich wohlzufühlen.

Am Ende läuft es ganz auf die Einstellung des Menschen hinaus. Denn jeder Pferdebesitzer, jeder Sportler entscheidet für sich, was im Zweifel mehr zählt.

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