Trommeln für den Karlshöhe-Turm

Bäckermeister Heinz-Werner Dörnen und Reinhard Neuhaus vom Heimatverein mit dem Rapunzelbrot für den Aussichtsturm Karlshöhe, das sich jetzt zum 1000. Mal verkauft hat. Foto: Kai Pottgießer
Bäckermeister Heinz-Werner Dörnen und Reinhard Neuhaus vom Heimatverein mit dem Rapunzelbrot für den Aussichtsturm Karlshöhe, das sich jetzt zum 1000. Mal verkauft hat. Foto: Kai Pottgießer
Foto: Kai Pottgießer

Halver..  Es ist natürlich noch immer im Verkauf, das Weizen-Mischbrot, mit dem der Halveraner Bäckermeister Heinz-Werner Dörnen dem Aussichtsturm an der Karlshöhe zu neuem Glanz verhelfen will. Wie groß der Erfolg ist, zeigt sich an Zahlen: Jetzt ist das 1000. Brot über den Tresen gegangen. Und da von jedem Exemplar 50 Cent für die Turm-Restaurierung gedacht sind, macht das runde 500 Euro mehr fürs Heimatverein-Konto.

Bekanntermaßen ist das Bauwerk dauerhaft renovierungsbedürftig, denn der Zahn der Zeit nagt, obwohl erst 1992 rund 260 000 Mark investiert worden waren. Begehbar ist der Turm schon lange nicht mehr, aus Sicherheitsgründen. Ein trauriger Fakt, nicht zuletzt für Reinhard Neuhaus, Geschäftsführer des Heimatvereins. Deshalb soll der Missstand nun wieder ins Gedächtnis der Halveraner gerufen werden. „Erst wenn etwas nicht mehr da ist, merkt man, was man daran hatte“, betont Bäcker Dörnen und erinnert an den Wasserturm, der als Wahrzeichen im Jahr 1977 vom Erdboden verschwand. „Viele bedauern das noch heute“, weiß Neuhaus.

500 Gramm Leckerei
kosten zwei Euro

Das Brot, das seinen Namen wegen der Zopfform und natürlich dem Zusammenhang mit dem gleichnamigen Märchen hat, hat ein Gewicht von 500 Gramm und ist nach wie vor in der Bäckerei an der Hagener Straße zu erstehen, zum Preis von 2 Euro, von denen 50 Cent direkt dem Turm zugute kommen.

Neben den bereits gespendeten 500 Euro von Bäckermeister Dörnen konnte der Heimatverein noch weiteres Geld einsammeln. Insgesamt rund 5000 Euro liegen auf den beiden Spendenkonten des Vereins. Nicht schlecht, aber dennoch deutlich zu wenig für eine weitere Renovierung, die nach fachmännischer Schätzung rund 250 000 Euro kosten wird.

Nach dem Motto „Kleinvieh macht auch Mist“, hat Peter Bell nun eine weitere Einnahmequelle erdacht: Zum Weihnachtsmarkt wird ein Kalender erscheinen, der unter dem Titel „Alt Halver“ mit historischen Motiven aus der Stadt begeistern wird. Ein erster Entwurf ist fertig und vielversprechend.

Bis zur nächsten Instandsetzung des Turms wird es aber dennoch einige Zeit dauern. Das hängt nicht nur am (noch) fehlenden Geld, sondern auch an den noch laufenden Verträgen mit einigen Mobilfunkbetreibern, die ihre Antennen auf dem Bauwerk installiert haben. „Das bindet uns derzeit ein wenig die Hände“, formuliert Neuhaus. In den Schoß gelegt werden sie dennoch nicht, denn wenn der Zeitpunkt gekommen ist, dann sollen auch die finanziellen Mittel da sein. Deshalb hoffen alle Beteiligten, dass die Halveraner sich weiterhin für das Brot und bald auch für den Kalender erwärmen können. Außerdem sind neue Ideen zur Geldbeschaffung gefragt.