Trainingslager für Respekt
14.07.2009 | 20:30 Uhr 2009-07-14T20:30:00+0200
Kreuztal. Geschafft, aber glücklich sind in der Nacht zu Dienstag die Gäste aus dem israelischen Partnerkreis Emek Hefer mit ihren Gastgebern im Siegerland angekommen.
Kreuztal. Geschafft, aber glücklich sind in der Nacht zu Dienstag die Gäste aus dem israelischen Partnerkreis Emek Hefer mit ihren Gastgebern im Siegerland angekommen.
Gemeinsam hatten sie drei anstrengende und erlebnisreiche Tage in Bayern, wo das Programm des Jugendaustauschs begonnen hatte (wir berichteten). Am Dienstag stand der erste Programmtag im Siegerland an. In Kreuztal - Schwerpunkt des vom Kreisjugendring organisierten Austauschs - wurden die Teilnehmer von Vize-Bürgermeisterin Rosemarie Seibt in der Weißen Villa empfangen.
»Der erste Besuch
hat alle meine
Vorurteile zerstört«
„Ein Jugendaustausch steht immer ganz im Zeichen der Verständigung”, betonte Seibt bei ihrer Begrüßung. Zwar könne man sich über Medien über ein Land informieren. „Aber ein komplettes Bild bekommt man erst durch eigene Erlebnisse und Erfahrungen.”
Das konnte die israelische Gruppenleiterin Hina Koren nur bestätigen. Die Leiterin des Bildungs- und Erziehungsbereichs in der Kreisverwaltung des israelischen Partnerkreises war im Mai zum ersten Mal in Deutschland. „Ich wurde gezwungen mitzufahren”, räumt sie ein. „Ich hatte immer eine große Abneigung gegenüber Deutschland.”
Doch der Besuch in Siegen habe ihr Augen und Herz geöffnet: Sie habe wunderbare Menschen getroffen, die sich mit Liebe für die Partnerschaft einsetzten. „Die Begegnung mit den Menschen hat mich so sehr beeindruckt, dass ich schon jetzt mit dem Jugendaustausch wiedergekommen bin.” Diese Erfahrung sei prägend. Alle Menschen sollten diese machen - und zwar besser im Alter von „16+” als erst mit „50+” wie sie. „Je früher die Vorurteile zerstört werden, desto besser”, so Koren in ihrer emotionalen Rede.
Daran knüpfte der Israel-Beauftragte des Kreisjugendrings, Heiner Giebeler, an: Erst wenn man das Trennende und das Verbindende herausarbeite, könne man sich im Spiegel des Anderen entdecken. „Wir müssen Toleranz und Respekt einüben. Der Jugendaustausch ist dafür ein gutes Trainingslager.”

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