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Studienkredite

Studenten werfen Commerzbank Abzocke vor

22.06.2012 | 13:15 Uhr
Studenten werfen Commerzbank Abzocke vor
Studenten erheben schwere Vorwürfe gegen die Commerzbank. Foto: dapd

Essen.   Sie hatten bei der Dresdner Bank einen Studienkredit aufgenommen, bei einer Bank, die es so nicht mehr gibt, weil sie mit der Commerzbank fusionierte. Dem Nachfolgeinstitut werfen viele Studenten nun vor, sie in eine Zinsfalle gelockt zu haben.

Das Internet ist voll von flehentlich klingenden Einträgen in diversen Foren: Studenten auf der Suche nach Rat und Hilfe. „Die Bank will, dass ich den Studienkredit sofort zurückzahle – 8000 Euro. Ich verdiene 1000 Euro mit kleineren Jobs, wie soll das gehen?“, kritisiert ein Nutzer auf der Web-Seite finanzfrage.net. Die Commerzbank steht am Pranger.

Der Vorwurf der Studenten wiegt schwer: Die Commerzbank soll sie mit dem sogenannten Flexi-Studienkredit , damals noch ausgegeben von der später geschluckten Dresdner Bank, in eine Zinsfalle gelockt haben. Das berichtet die „Financial Times Deutschland“ (FTD), die gleich mehrere Fälle schildert. Helge Petersen, Fachanwalt für Bankrecht aus Kiel, betreut 30 Studenten. Er bereite eine Sammelklage gegen die Commerzbank vor, rechne mit „90 Fällen“.

Studenten in Zinsfalle gelockt?

Was war passiert: Die Dresdner Bank hatte von 2006 bis 2009 einen Kredit speziell für Studenten angeboten. Die Modalitäten für die Rückzahlung blieben anders als bei anderen Studienkrediten, etwa von der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), offen. Zinshöhe, Tilgungsraten und Dauer der Rückzahlung sollten nach Auslaufen des Kredits geregelt und an die aktuelle Lebenslage der jungen Menschen angepasst werden.

Fest stand nur so viel: die Zinsen betrugen bei einer Laufzeit von fünf bis 15 Jahren zwischen 6,99 und 8,99 Prozent pro Jahr, die Bank zahlte maximal 35.000 Euro an den Kreditnehmer aus. Fällig werden die Kredite zwölf Monate nach Ende der Regelstudienzeit.

Fachanwalt hält gebaren der Bank für rechtswidrig

Viele Studenten machen laut FTD den Nachfolger der Dresdner Bank, die Commerzbank, dafür verantwortlich, nicht rechtzeitig über das Auslaufen des Kredits informiert zu haben. Und mehr noch: Die Anschlussregeln seien gar nicht erst verhandelt worden. Die Studenten seien lediglich vor die Wahl gestellt worden: sofort Kredit zurückzahlen oder mit einem neuen Darlehen ablösen. In vielen Fällen seien die Kredite auch sofort fällig gestellt und Überziehungszinsen von über 18 Prozent eingestrichen worden. In einem Fall habe dies 4000 Euro ausgemacht.

Fachanwalt Petersen hält das Gebaren der Bank für rechtswidrig, sagte er der FTD. Das Geldinstitut bringe die Studenten in eine Zwangslage und sei dazu verpflichtet, ein Angebot zur Rückzahlung zu machen. Er will die Bank auch dazu bringen, auf die Überziehungskosten zu verzichten.

Auf Anfrage der FTD räumte die Commerzbank „wenige Fälle“ ein. Der Berliner Tageszeitung sagte ein Sprecher, es gebe einige Fälle, die „alle bis auf einen“ aufgelöst seien. (DerWesten)



Kommentare
22.06.2012
21:34
Sammelklage in der BRD?
von Hastalamuertesiempre | #1

Helge Petersen, Fachanwalt für Bankrecht aus Kiel,möchte also eine "Sammelklage" vorbereiten, hm?

Merkwürdig nur, dass es in der BRD, so rein juristisch, keine solchen Sammelklagen gibt.

Voll der Fachanwalt, dieser Herr Helge Petersen. Viel Erfolg mit der Sammelklage!

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