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Bildung

Studenten der Uni Essen geben Schülern weiter gratis Nachhilfe

25.02.2011 | 18:40 Uhr
Studenten der Uni Essen geben Schülern weiter gratis Nachhilfe
Derzeit erhalten an der Uni Essen rund 800 Schüler aus etwa 40 Nationen Nachhilfeunterricht von Studenten. Die Wartelisten sind lang. Rebecca Muschalik (links) ist eine dieser Studenten. Sie unterrichtet die Schülerinnen Sammana Ali (v.l.), Madina Dorani und Yalda Kohestani. Foto: Arnold Rennemeyer

Essen.  Der Förderunterricht an der Essener Uni, bei dem ausländische Schüler kostenlos Nachhilfe von Studenten erhalten, kann vorerst weitergehen. Weil die Stadt kein Geld mehr gibt, übernimmt die Mercator-Stiftung 2012 und 2013 die Finanzierung.

Ausländische Schüler erhalten an der Uni auch weiterhin kostenlosen Nachhilfe-Unterricht von Lehramts-Studenten . Das erfolg- und traditionsreiche Projekt „Förderunterricht“, das zwischenzeitlich vom Aus bedroht war, ist vorübergehend gerettet. Einen Großteil der Finanzierung – insgesamt bis zu 200 000 Euro – übernimmt in den Jahren 2012 und 2013 die Mercator-Stiftung . Was danach kommt, ist aber offen.

Die Stadt, zum Sparen gezwungen, hatte im vergangenen Jahr beschlossen, ihren jährlichen Zuschuss von 182 000 Euro in diesem Jahr letztmalig zu zahlen. Damit geriet die Perspektive des Projekts, in dem seit 1973 rund 15 000 Schüler gefördert worden sind, in Gefahr.

Kein Geld aus dem städtischen Haushalt

Der städtische Zuschuss stellt den größten Anteil dar; weitere Geldgeber sind die Uni, die Essener Sparkasse und verschiedene Stiftungen. Die Mercator-Stiftung engagiert sich beim Essener „Förderunterricht“ seit dem Jahr 2001 mit insgesamt rund 350 000 Euro.

„Wir hatten keine Rechtsgrundlage, das Projekt weiter zu fördern. Der Zuschuss war stets eine freiwillige Leistung der Kommune“, erklärte gestern Sozialdezernent Peter Renzel. „Es wird auch künftig keinen Posten mehr im städtischen Haushalt für das Projekt geben können.“ Die Stadt hat etwa drei Milliarden Euro Schulden und darf faktisch Geld nur noch für Aufgaben ausgeben, zu denen sie verpflichtet ist – zum Beispiel dafür zu sorgen, dass Busse und Bahnen fahren.

800 Schüler aus 40 Nationen

Derzeit erhalten an der Uni rund 800 Schüler aus rund 40 Nationen intensiven Nachhilfeunterricht in Kleinstgruppen. Die Wartelisten sind lang, der Erfolg wurde mehrfach nachgewiesen und belegt. Die Lehramts-Studenten bekommen die Tätigkeit auf ihr Studium angerechnet. „Es handelt sich um eine Win-Win-Situation für Studenten und Schüler“, sagte Ute Klammer, Prorektorin für „Diversity Management“ an der Uni. „Das Projekt hat sich von einem Solitär zum Kern einer Uni-Gesamt-Strategie entwickelt.“ Die Hochschule hat es sich zum Ziel gemacht, besonders bei der Förderung von Studenten aus bildungsfernen Schichten zu punkten. Diese Strategie hat mittlerweile bundesweite Beachtung gefunden. Die Mercator-Stiftung hat 2004 damit begonnen, das „Förderunterricht“-Konzept deutschlandweit zu etablieren. Das Modell nach Essener Vorbild gibt es heute an 29 Standorten.

Sämtliche Beteiligte arbeiten derzeit intensiv daran, die langfristige Finanzierung des Projekts sicherzustellen. „Die Lösung ist aber noch nicht da“, bekannte Winfried Kneip von der Stiftung Mercator. Denkbar wäre zum Beispiel, den Förderunterricht über Geld aus dem Job-Center zu finanzieren: Rund 80 Prozent der Schüler, die Unterricht erhalten, stammen aus Hartz-IV-Haushalten.

Martin Spletter

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Kommentare
09.03.2011
13:44
Studenten der Uni Essen geben Schülern weiter gratis Nachhilfe
von 1980yann | #11

@6
Aber ist es nicht eine Sauerei, dass die Türkei keine Chancen für sozial schwache und bildungsferne Deutsche bietet?
Ich finde, dass sollte ein Gebot der Gastfreundschaft sein.

09.03.2011
07:01
Studenten der Uni Essen geben Schülern weiter gratis Nachhilfe
von ralf0409 | #10

zu 6 von amo17 die meisten Deutschen gehen nunmal nur in s Ausland wen alles abgesichert ist. Wer will schon von der Hand in den Mund leben.

04.03.2011
14:40
Studenten der Uni Essen geben Schülern weiter gratis Nachhilfe
von TheRealThomasS | #9

Also ist das Auswahlkriterium der Bildungsgrad und soziales Niveau der Eltern?
Aber Deutsche werden grundsätzlich nicht genommen, das ist die Crux.

04.03.2011
12:47
Studenten der Uni Essen geben Schülern weiter gratis Nachhilfe
von amo17 | #8

#7
Es sind sicherlich nicht nur Hauptschüler, die Nachhilfe bekommen.
Das ist auch kein Widerspruch. Wenn die Eltern bildungsfern sind, können die Kinder trotzdem gefördert werden, wenn sie auf ein Gymnasium gehen. Es ist eben doch ein Unterschied, ob die Eltern in Mathe, Deutsch, Englisch Unterstützung geben können oder nicht. Welches Niveau nötig ist (Hauptschule, Gymnasium), ist mMn nicht wichtig.
Im überigen ist im Text erwähnt, dass eben die Warteliste lang ist. Man sollte aber auch davon ausgehen, dass Kriterien sinnvoll gewählt sind.
Ich denke, wenn das Einkommen der Eltern knapp über Hartz4 liegt, ist das Geld für Nachhilfe wahrscheinlich nicht vorhanden.

04.03.2011
12:03
Studenten der Uni Essen geben Schülern weiter gratis Nachhilfe
von TheRealThomasS | #7

Apropos bildungsferne Schicht: Mit dem Projekt werden eben nicht ausschliesslich bildungsferne Schichten gefördert, denn die gibt es bei Deutschen auch.
Und die 20%, die über Hartz-4 liegen, könnten auch für die Bildung ihrer Kinder zahlen.

Die Auswahlkriterien sollten mal erläutert werden.
So wie ich den Text lese, werden eben nicht die Schwächsten gefördert, sondern die, die evtl. später studieren könnten.

04.03.2011
10:44
Studenten der Uni Essen geben Schülern weiter gratis Nachhilfe
von amo17 | #6

Leider sind in dem Text wiedereinmal die Zahlen ohne Zusammenhang reingeworfen werden.

Was viele interessiert, was kostet der Förderunterricht im Jahr?
Die Stadt zahlte 182.000 €.

#3
Bei max. 200.000€, den die Mercator-Stiftung in den Jahren 2012/2013 übernehmen will (richtig, nicht in der Summe?) ergibt sich:

200.000€/800 Schüler = 250€/Schüler im Jahr.
Das ist nicht viel.

Trotzdem haben 2 Kommentatoren wieder ein Problem damit.
Ich schlage vor, wenn 1 Mill. Deutsche dauerhaft in der Türkei arbeiten wollen und dort eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung haben, kann man den Vergleich (Stiftung in der Türkei) gerne anstellen.
Wer in der Türkei als Deutscher lebt, hat in der Regel einen guten Job oder eine dicke Rente.
Es werde in Essen mit den Projekt Kinder aus bildungsfernen Schichten gefördert.

03.03.2011
15:34
Studenten der Uni Essen geben Schülern weiter gratis Nachhilfe
von 1980yann | #5

Hätte ich eigentlich als Viertelsachse (zu meiner Grundschulzeit war der Geburtsort meiner Mutter noch Ausland) eigentlich auch berechtigt und wäre ich am 3.10.1990 dann rausgeworfen worden?

Wenn einerseits Sprachförderung und andererseits Fachförderung angeboten wird, sollte doch diskriminierungsfrei der Bedarf eines jeden Kindes geprüft werden ...

03.03.2011
14:55
Studenten der Uni Essen geben Schülern weiter gratis Nachhilfe
von TheRealThomasS | #4

Was hier vermutlich wieder sehr schnell gelöscht wird ist die Frage, ob man sich so eine Art des Förderunterrichts in anderen Ländern vorstellen könnte oder ob das dort grundsätzlich nicht vorstellbar ist, dass die einheimische Bevölkerung diskriminiert wird.

Man stelle sich eine türkische Stiftung in der Türkei vor, die kostenlos Nachhilfe finanziert..aber nur für Nichttürken ..

02.03.2011
13:40
Studenten der Uni Essen geben Schülern weiter gratis Nachhilfe
von TheRealThomasS | #3

..der Erfolg wurde mehrfach nachgewiesen und belegt.
Logisch, denn warum gibt es Nachhilfe-Institute?

..in dem seit 1973 rund 15 000 Schüler ..
2011-1973=38 Jahre
15 000:38=395 pro Jahr

jährlichen Zuschuss von 182 000 Euro .. weitere Geldgeber sind die Uni, die Essener Sparkasse und verschiedene Stiftungen. Die Mercator-Stiftung engagiert sich beim Essener „Förderunterricht“ seit dem Jahr 2001 mit insgesamt rund 350 000 Euro.
kalkulieren wir mal 240 000 pro Jahr
240 000:400 = 600 Euro pro Schüler

Rund 80 Prozent der Schüler, die Unterricht erhalten, stammen aus Hartz-IV-Haushalten.
Bleiben also 20 Prozent, die auch zahlen könnten ..

02.03.2011
13:33
Blockierter Kommentar.
von rosenberger | #2

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