Stressfaktor Urlaub
29.06.2010 | 16:44 Uhr 2010-06-29T16:44:00+0200
Essen. Sommer, Sonne, Meer – so sieht für viele der perfekte Urlaub aus. Doch häufig ist die schönste Zeit im Jahr alles andere als entspannt. Urlaubsstress kann man jedoch mit einfachen Mitteln vermeiden.
Das Telefon klingelt ununterbrochen und auf dem Schreibtisch türmt sich das Papier. Nur eines hält jetzt noch aufrecht: Der Gedanke an den Urlaub. Entspannt in der Sonne liegen und die Gedanken schweifen lassen, endlich das Buch lesen, das schon so lange auf dem Nachtschrank liegt. Dann ist er endlich da, der letzte Arbeitstag vor den lang ersehnten freien Tagen - ab geht’s nach Hause zum Kofferpacken. Doch bei den meisten Menschen ist dann die Vorfreude schon verflogen. Stress beim Kofferpacken, Hektik am Flughafen und die ständige Frage: Habe ich etwas vergessen?
Pufferzeit für Vorbereitungen nutzen
„Wer sich bei der Arbeit bis zur letzten Minute auspowert, nachts Koffer packt und im Morgengrauen aufbricht, hat schlechte Karten für einen erholsamen Urlaub“, sagt der Kölner Psychologe Peter Groß. Dem Experten zufolge solle man ein paar Tage Pufferzeit nutzen, um sich auf den Urlaub vorzubereiten. „Dazu reichen schon ein bis zwei Tage, an denen man entspannt Sachen packen kann“, sagt Groß. Wer gut vorbereitet ist, startet mit weniger Stress in den Urlaub und kann ihn schon ab dem ersten Tag zur Erholung nutzen. „Außerdem steigt damit auch die Vorfreude.“
Zu viel Gepäck bedeutet Stress
Zwei, drei T-Shirts mehr, ein zusätzliches Paar Schuhe und zur Sicherheit noch ein paar Pullover. Schnell ist der Koffer voll, ein weiterer muss her. „Tatsächlich nehmen die meisten Menschen viel mehr mit, als sie im Urlaub brauchen“, sagt der Psychologe. Beim Tragen schwindet dann meist die Urlaubsvorfreude. Besser ist, sich ein Beispiel an erfahrenen Reisenden, wie Geschäftsleuten, zu nehmen. „Die haben immer wenig Gepäck dabei und reisen damit bedeutend stressfreier.“
Erwartungen vor dem Urlaub klären
Während der eine einen entspannten Strandurlaub will, möchte der andere viel vom jeweiligen Reiseland sehen und plant akribisch Museen- und Kirchbesuche. Die Erwartungen an einen Urlaub können sehr verschieden sein. „Damit das nicht im Streit endet, , muss vorher darüber gesprochen werden“, sagt Groß. „Unterscheiden sich die Vorstellungen, können Kompromisse helfen.“ Zum einen könne man sich auch für eine gewisse Zeit trennen und Aktivitäten, die den anderen nicht interessieren, allein machen. „Zum anderen kann jeder abwechselnd einen Tag planen, so dass man allen Bedürfnissen gerecht werden kann.“ Unterscheiden sich die Vorstellungen jedoch sehr stark, sei sogar ein getrennter Urlaub meist sinnvoller.
Traum vom perfekten Urlaub ist oft unrealistisch
Gutes Essen, ein schönes Hotelzimmer und gastfreundliche Menschen. Wer schon lange vom Urlaub träumt, hat oft ganz genaue Vorstellungen. Wie im Reiseprospekt versprochen soll es sein, mit einem Wort: perfekt. „Doch von dem Gedanken sollten sich Urlauber schnell verabschieden“, sagt der Kölner Psychologe. „Überhöhte Erwartungen produzieren vorhersehbare Enttäuschungen“, sagt Groß. „Besser ist, möglichst wenig Erwartungen zu haben und sich dann über das tatsächlich Erlebte freuen.“
Nachbetrachtung schriftlich festhalten
Wie war der Urlaub? Die Frage, die meistens von Freunden oder Kollegen gestellt wird, sollte man sich selbst aber auch dem Reisepartner beantworten - und das am besten auch kurz in Stichworten schriftlich, rät der Experte. „Ein Nachbetrachtung, beispielsweise auf dem Heimweg, ist gut um alle schönen und weniger schönen Erfahrungen auszutauschen“, sagt Groß. „Beim nächsten Urlaub kann die Liste dann wieder rausgeholt und aus alten Fehlern gelernt werden.“
12:42
Ich finde, dass die Reisepartnersuche sich extrem schwierig gestaltet. Immerhin muss man ja zwangsläufig mehrere Tage oder Wochen mit einem weitestgehend Unbekannten verbringen. Da ist es schon toll, dass man dank Internet die Möglichkeit der vorherigen Auswahl hat!
09:45
Wenn Urlaub zum Stress wird, hat man ihn falsch angefangen. Ich vermeide Pauschalangebote und ziehe es vor, entspannt segeln zu gehen.