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Wildes Parken in Weidenau

Stelldichein im Sperrbezirk

06.09.2009 | 20:11 Uhr

Eine Parkraumbewirtschaftung der besonderen Art erregte die Gemüter im Weidenauer Bezirksausschuss. Da ging es um einen Antrag, die provisorische Verkehrsführung an der Abbiegung Breite Straße/Am Bahnhof wieder in den ursprünglichen Zustand zu versetzen.

Würde der Parkscheinautomat ein paar Meter zur Seite wandern, wäre es mit dem kostenlosen Parken vorbei. Foto: Horst Bach.

Der erwartete Rückgang der Unfallhäufigkeit sei nicht eingetreten, hieß es in der Begründung. Und: Die Busse, insbesondere die Gliederbusse mit einer Länge bis zu 18,30 Metern, könnten die Straßenführung nur unter Missachtung der durchgezogenen Linie passieren.

Im Zuge der neuen Verkehrsführung wurde die Straße Am Bahnhof im Einmündungsbereich zur Breite Straße nämlich stark eingeengt. Die bahnseitige Straßenhälfte wurde komplett mit Warnbaken abgegrenzt, so dass ein Freiraum zwischen ihnen und dem Bürgersteig entstand. Den hat sich nun seit einiger Zeit ein benachbartes Autohaus zunutze gemacht, indem es einen Teil seiner Verkaufsautos dort abstellt.

Kostenloses Schaufenster

Ein kostenloses Schaufenster und „Abstellgleis” in einem. Denn Parkgebühren werden hier offensichtlich nicht erhoben. Die gebührenpflichtigen Parkplätze beginnen erst am Ende des „Sperrbezirks”. Dort steht auch der Parkscheinautomat.

Hier sah sofort Dr. Jochen Münch des Rätsels Lösung. „Ganz einfach”, beschied der Bauexperte aus dem Seniorenbeirat den Ausschussmitgliedern und schlug der Verwaltung vor, doch schnellstens den Parkscheinautomaten einige Meter weiter in Richtung des Kreuzungsbereiches zu versetzen und so auch den abgesperrten Straßenabschnitt als gebührenpflichtigen Parkplatz auszuweisen. Denn: „Wer parkt, soll zahlen.”

Ansonsten bereitet eine sichere Verkehrsführung an diesem neuralgischen Punkt dem Ausschuss doch weiterhin Kopfzerbrechen. Vor allem die Fußgänger seien stark gefährdet, da ein Fußgängerüberweg fehle. Der Überweg an der alten B54 sei zu weit entfernt.

Auch die bereits vorgenommenen statistischen Erhebungen standen im weiteren Verlauf zur Debatte. Die sprachen zwar für eine Beibehaltung der neuen Verkehrsführung, denn die Unfälle seien zurückgegangen. Doch man wollte der Statistik einfach nicht so recht Glauben schenken – zumindest nicht uneingeschränkt.

Verkehrssituation bleibt ein Thema

Selbst Ausschussvorsitzender Rothenpieler erinnerte an die alte Weisheit: „Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast.”

So wird sich der Verkehrsausschuss als Nächstes mit der Verkehrssituation an der Ecke Breite Straße/Am Bahnhof befassen. Man darf gespannt sein, wo dann der Parkscheinautomat Stellung beziehen wird.

Horst Bach

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