Stadt Bochum isoliert sich – Von Frank Meßing
03.02.2012 | 18:46 Uhr 2012-02-03T18:46:00+0100Kirchen, Gewerkschaften und manche Politiker haben sicherlich nachvollziehbare Gründe, warum sie verkaufsoffene Sonntage ablehnen. Ein Tag des Innehaltens in der Familie tut allen gut. Und Sonntagsarbeit – auch wenn sie nur viermal im Jahr vorkommt – ist für Beschäftigte wirklich nicht schön.
Doch soziale Fragen können nicht losgelöst von wirtschaftlichen Entwicklungen betrachtet werden. Im Internet kann man an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr einkaufen. Venlo will den Sonntag generell freigeben. Und auch das Outlet-Center Roermond ist nicht weit.
Die Stadt Bochum isoliert sich, wenn sie sich sonntags ausklinkt. Und sie wirft ihren Einzelhändlern Knüppel zwischen die Beine. Der Handel dort hat zuletzt 200 Millionen Euro in den Standort investiert. Manche Läden machen am offenen Sonntag so viel Umsatz wie sonst in der ganzen Woche.
Die vollen Zentren und Stadtteile an verkaufsoffenen Sonntagen sind doch ein Beleg dafür, dass die Leute die Aktionen mögen. Der Bedarf ist auf beiden Seiten da. Niemand sollte Menschen vorschreiben, dass sie statt Bummeln etwas vermeintlich Sinnvolleres tun sollten.

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Es fehlt der Hinweis: Werbung .. oder wollen Sie behaupten, dieser Kommentar sei auf isolierter intellektueller Basis entstanden?
Gegenfrage: Vermisst irgendjemand die Sonntagsausgabe der WAZ?