Sperrfrist in zweiter Instanz verkürzt

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Weil er Gefah lief, in einer Kontrolle bei einer Fahrt ohne Führerschein erwischt zu werden, hatte ein Nachrodt-Wiblingwerder einfach Gas gegeben. Eine Polizistin hatte sich nur durch einen beherzten Sprung retten können. In zweiter Instanz setzte der einschlägig Vorbestrafte vor dem Hagener Landgericht gestern nun alles daran, irgendwann doch noch einmal legal fahren zu dürfen.

Nachrodt/Altena..  Gefahr laufend, in einer Kontrolle bei einer Fahrt ohne Führerschein erwischt zu werden, hatte ein Nachrodt-Wiblingwerder einfach Gas gegeben. Eine Polizistin hatte sich nur durch einen beherzten Sprung retten können. In zweiter Instanz setzte der einschlägig Vorbestrafte vor dem Hagener Landgericht gestern nun alles daran, irgendwann doch noch einmal legal fahren zu dürfen.

Eine Autofahrt unter dem Einfluss von Marihuana hatte den Nachrodt-Wiblingwerder offenbar den Führerschein gekostet. Dennoch hatte er sich wieder hinter das Steuer seines Autos gesetzt – er war prompt erwischt und bestraft worden. Davon abgehalten, weitere verbotene Touren zu machen, hatte ihn das allerdings auch nicht. Gegen Mitternacht am 22. Juni 2011 war er mit seinem Wagen auf der Hagener Straße in Richtung Heimat gefahren. Dann die böse Überraschung: Auf der Fahrbahn hatte die Polizeibeamtin gestanden, die Kelle schwingend. Das sicherste Zeichen, dass er anhalten sollte. Zunächst war der 34-Jährige auch langsamer geworden. Dann, von der Furcht gepackt, in noch größere Schwierigkeiten zu geraten, hatte er plötzlich aufs Gaspedal getreten. Die Polizistin war daraufhin zur Seite gesprungen. Er hatte die nun klaffende Lücke genutzt, um durchzubrennen. Dass er trotzdem erwischt würde, hätte ihm bereits in diesem Moment klar sein müssen.

Tatsächlich saß der unbelehrbare Verkehrssünder Ende Mai wegen Nötigung und Fahrens ohne Fahrerlaubnis in Altena auf der Anklagebank. Hier räumte er seine Fahrt ein, beteuerte jedoch, er habe die Beamtin keinesfalls umfahren wollen. Da sei noch genug Platz gewesen. Von einem Sprung zu sprechen, sei übertrieben. Eine Version, bei der er übrigens auch gestern blieb. Das Amtsgericht sah es anders, verurteilte ihn zu sieben Monaten Haft auf Bewährung inklusive 100 Sozialstunden und verhängte ein Jahr Sperre zur Neuerteilung der Fahrerlaubnis.

Der Nachrodt-Wiblingwerder legte Berufung ein – wenn auch auf die Überprüfung der Strafe beschränkt. Allerdings ging es ihm weder um die Bewährungsstrafe noch um die Sozialstunden. Er wollte lediglich eine kürzere Sperre, um möglichst schnell die Wiedererteilung des Führerscheins zu beantragen. Letztlich konnte er einen kleinen Erfolg verbuchen: Offenbar mit Blick auf den Zeitablauf reduzierte die 2. Kleine Strafkammer die Sperrfrist auf verbleibende neun Monate. Offen allerdings, ob er dann sofort die Chance erhält oder erst mal mit Tests beweisen muss, dass er mittlerweile keine Drogen mehr konsumiert.