Spaziergänger half Uhu aus dem Haselstrauch
22.03.2011 | 17:48 Uhr 2011-03-22T17:48:00+0100
Kreis Olpe.„Der Uhu hatte Glück im Unglück“, bilanziert Alexander Fischer seine Begegnung mit einem Vertreter der größten heimischen Eulenart.
Das Tier hatte sich auf unerklärbare Weise mit einem Fuß zwischen dünnen Haselsträuchern verhakt. „Nach seiner Befreiung durch einen beherzten Spaziergänger stellte sich heraus, dass er völlig entkräftet war. Über die Tierarztpraxis von Barbara Hermann erfuhr der „Retter“, dass es für den Raum Olpe, Wenden, Drolshagen einen Greifvogelbeauftragten der Kreisjägerschaft Kurköln gibt: Alexander Fischer aus Hünsborn, der den Uhu in seine Obhut nahm.
Die diagnostizierte Wunde des Tieres wurde mit Antibiotika versorgt und Fischer pflegte das Tier zwölf Tage lang, bis es wieder in die Freiheit entlassen werden konnte. Fischer ist Jäger und Falkner. Beizjagd, auch Falknerei genannt, ist das Abrichten, die Pflege und das Jagen mit Hilfe eines Greifvogels. Und genau da liegt das Steckenpferd von Alexander Fischer, der das Ehrenamt im Herbst vergangenen Jahres von Gerhard Klamp übernommen hat.
Klamp bilanzierte im Rahmen einer Pressekonferenz im Gasthof „Zu den Drei Königen“ seine dreijährige Tätigkeit. Das Interessengebiet des Biolehrers sind ebenfalls Greifvögel. Bei insgesamt 35 Einsätzen legte Klamp rund 1200 Kilometer zurück und kümmerte sich um verletzte Greifvögel, überwiegend Bussarde. Zu seinem Bedauern starben trotz schneller und engagierter Hilfe viele schon am nächsten Tag.
Einige der Tiere drohten schlichtweg zu verhungern, andere verfingen sich in Weidezäunen. Genau erinnert sich Gerhard Klamp noch an eine „Rarität“. „Ein junger Wanderfalke war in Elben zugeflogen. Kinder, die das Tier gefunden hatten, informierten die Polizei, die den Kontakt zum Greifvogelbeauftragten herstellten“, erzählt Klamp.
In Sachen Greifvögelbeauftragte sei der Kreis Olpe federführend, da sind sich der Vorsitzende der Kreisjägerschaft Karl-Josef Fischer, Gerhard Klamp und Alexander Fischer sicher. Die nächste Auffangstation ist im Rhein-Sieg-Kreis. Wer also einen verunfallten oder kranken Vogel findet, sollte sich an Alexander Fischer 02762/979700 oder 0176/21701390 wenden. Weiterhelfen können auch die Kreisjägerschaft, die Hegeringsleiter und die Polizei. Doch Vorsicht: Am Boden hockende oder kranke Greifvögel können sehr wehrhaft sein.

18:10
...und dann wurde der arme Vogel ausgestopft, oder wie ist das Bild zu deuten ?