Sparkasse: Grundsolide und nah am Menschen
09.01.2009 | 17:46 Uhr 2009-01-09T17:46:03+0100Kreis Olpe. ...
... "Die Sparkasse Olpe-Drolshagen-Wenden ist bestens aufgestellt, und wir wüssten nicht, warum wir unsere Strategie als heimischer Finanzdienstleister ändern sollten." Das sagte gestern der Vorstandssprecher des heimischen Geldinstituts bei der Jahrespressekonferenz im Hotel Albus, Sparkassendirektor Dieter Kohlmeier.
Und auch sein Stellvertreter, Sparkassendirektor Wilhelm Rücker, war der gleichen Meinung. Obwohl die weltweite Finanzmarktkrise im letzten Jahr den Geldhäusern das Fürchten lehrte und teilweise den völligen Stillstand ihrer Liquidität erzeugte, ist es dem besagten 168 Jahre traditionsreichen öffentlichen Geldhaus noch nie so gut gegangen wie bisher. Peter Schauerte, Leiter des Vorstandssekretariates sagte: "Wir haben mit Liquiditätsengpässen nichts am Hut. Wir strotzen nur so vor Liquidität."
Damit scheint sich die Gangart um Dieter Kohlmeier auszuzahlen: Heimisches Geld einnehmen, solide verwalten, vertrauensvoll in die Region verleihen, sich nicht unbedingt auf Deubel komm raus um neues Geld bemühen, sondern seine Stammkunden ordentlich bedienen und Partner über Jahrzehnte sein. Die Sparkasse sei nie auf der Investmentbank-Schiene gefahren, sondern habe getreu ihrem Auftrag, den heimischen Mittelstand und die heimische Wirtschaft mit Krediten und Geld zu versorgen, genau das getan, was man von ihr verlangt habe. Kohlmeier: "Das hat sich für unsere Kunden aber auch für unsere Bank ausgezahlt."
In einem turbulenten Jahr 2008, das geprägt von Kurseinbrüchen gewesen sei, hat die Sparkasse Olpe-Drolshagen-Wenden ihre Bilanzsumme auf 671 Mio. Euro stabilisiert. Ihr flossen immerhin 25 Mio. Euro neue Anlagegelder zu, ein Plus von immerhin 3,4 Prozent. Kohlmeier: "Damit haben uns die Kunden in der Summe immerhin 460 Mio. Euro an die Hand gegeben.
Nach der Pleite von Lehmann-Brothers in USA und der lebensbedrohlichen Krise der isländischen Banken haben die Sparkassenkunden offenbar auf einen Wechsel ihrer Spargewohnheiten gesetzt. Standen früher noch hohe Renditen im Vordergrund, so scheint jetzt immer mehr die Sicherheit zu dominieren. Peter Schauerte: "Ein großer Teil der Spareinlagen floss in sichere und steueroptimierte Anlageformen." Auch sei Geld aus Aktien oder kursabhängigen Fonds in solche sicheren Pakete umgeschichtet worden.
Großes Thema, so Dieter Kohlmeier und Wilhelm Rücker unsiono, sei die Abgeltungssteuer gewesen. Da habe man bei der Sparkasse viel Aufklärungsarbeit leisten müssen.
Rücker betonte, dass der "Geldhahn" in Sachen Kredite für Investitionen oder auch Neuanschaffungen im heimischen Beritt weiterhin offen sei. Nach dem Motto "Man kennt sich, und man hilft sich" könne gerade die Sparkasse besonders gut mit Kreditvergaben vor Ort umgehen. Die von der Sparkasse im letzten Jahr zur Verfügung gestellten Kredite seien insgesamt noch einmal um 12 Mio. Euro (2,5 Prozent) auf 483 Mio. Euro gestiegen. Während die Kredite für den privaten Bauherrn leicht rückläufig seien, haben die Ausleihen an die gewerbliche Wirtschaft leicht zugenommen. Insgesamt wurden neue Darlehen von 73 Mio. Euro vergeben, gegenüber 2007 noch einmal eine Steigerung von 10 Prozent.
Trotz des guten Abschneidens beim Kreditgeschäft übersieht die Sparkasse Olpe-Drolshagen-Wenden nicht die Wolken am Himmel. "Aber", so Rücker, "wir zählen auf unsere soliden Firmen, die besonders im Kreis Olpe gut aufgestellt sind. Da gibt es sogar welche, die trotz der Automobilkaufzurückhaltung für die eine oder andere Marke durchaus im Produktionshoch liegt. Außerdem ist eine deutliche Verstärkung der Eigenkapitaldecken zu verzeichnen." Man erwartet zwar zukünftig als Folge der Konjunkturschwäche eine Investitionszurückhaltung, besonders bei Erweiterungen im neuen Jahr. Aber trotz der mehr in Molltönen gemalten Rahmenbedingungen sehe, so Rücker, sein Institut die heimische Wirtschaft gut aufgestellt, um eine wirtschaftliche Schwächephase zu überstehen.
Monika Schulte-Brinker sprach das Verbundgeschäft der Sparkasse an. Mahr als zufrieden blicke man auf das Bausparjahr zurück, das mit 1 430 Neuverträgen und einer Bausparsumme von 21,4 Mio. Euro das erfolgreichste Jahr in der Geschichte der Sparkasse sei. Gegenüber dem Vorjahr sei dies immerhin eine Steigerung von sage und schreibe 47 Prozent.
Wesentlich dazu beigetragen habe die Wohnungsristerförderung der Bundesregierung. Neubauten seien zwar nicht mehr so auf der Wunschliste, dafür aber Kauf von Häusern, Umbauten und Renovierungen.
Auffällig auch die Tilgung von Schulden. Viele Kunden hätten mit freiwerdenden Geldern Kredite und Hypotheken abgelöst. Offenbar eine typische Erscheinung, in schlechten Zeiten auf keinen Fall in einen Schuldenfalle zu tappen.
Man werde auf weiterhin mit der Jugend im Gespräch bleiben, so Dieter Kohlmeier. Hier sei das gebührenfreie Konto zu nennen, die Schulungen im Umgang mit Geld, der Knaxx-Club. Auch beim Sponsoring werde man am Ball bleiben. Egal, ob es sich dabei um das kostenfreie Vereinskonto handele oder um Schulungen oder auch um direkte Finanzspritzen für eine gute Sache. Kohlmeier: "Mit der Sparkasse und ihren 287 Mitarbeitern in Olpe, Drolshagen und Wenden können sie auch in Zukunft rechnen."

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