So ist Demokratie
23.08.2012 | 18:19 Uhr 2012-08-23T18:19:00+0200
Für viele Dortmunder wird das Wählen langsam zur Qual. Schon wieder Plakate an den Straßen, schon wieder Wahlkämpfer in Fußgängerzonen, schon wieder ein Urnengang. Während sich der Rest der Republik über die nächste Bundestagswahl Gedanken macht, schließen die Dortmunder gerade das letzte Kapitel der Kommunalwahl vom Herbst 2009. Absurdistan liegt mitten in Westfalen.
Der frühere Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer (SPD) hinterließ seiner Stadt und seiner Partei einen politischen Trümmerhaufen. Seine Haushaltslüge führte schließlich sogar dazu, dass ein einzelner „Beauftragter“ den Rat der Stadt Dortmund ersetzen musste. Der Mann ist zwar über jeden Zweifel erhaben, aber so richtig waschecht-demokratisch ging es in Dortmund mit dieser Notlösung nicht mehr zu.
Warum also schon wieder wählen? Weil diese Wahl die Stadt endlich wieder in die Normalität zurückführt. Weil es katastrophaler wäre, wenn die Haushaltslüge ohne Folgen und Wiederholungswahlen ausgeblieben wären. Und weil Demokratie, wenn man sie ernst nimmt, uns eben manchmal Umwege abverlangt. Wer nun jammert, der sollte sich klarmachen: Wählen können ist grundsätzlich besser als keine Wahl zu haben. Die nächste Kommunalwahl steht 2014 an. Für Dortmunder reine Routine.

18:10
Wahllügen hatte wir schon einige.
Auch bei Bundestagswahlen.
Neu gewählt wurde leider nie!
Kein Wunder, daß auch die Dortmunder Genossen glaubten, den Wähler nur als Stimmvieh behandeln zu können!
Jetzt sägt man sie hoffentlich ab!
12:24
Was ist Normalität in Dortmund?
Die Herzkammer der Sozialdemokratie zu sein? Korruption und Vetternwirtschaft? Selbstbedienung und Drogenkonsum von Stadtbediensteten?
Das, was in anderen Stadträten und Stadtverwaltungen nur schwer möglich erscheint, macht doch gerade das "Normale" in Dortmund aus. Die Haushaltslüge Langemeyers ist leider nur die Spitze eines Eisberges, die verdeutlicht, wie verdreht das Normale in Dortmund geworden.