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Kulturausschuss

Siegener Hilfe für Kölner Stadtarchiv

05.05.2009 | 22:00 Uhr

Siegen. (-ag) 500 laufende Meter Lagerfläche hat das Siegener Stadtarchiv angeboten, um Dokumente und Urkunden aus dem am 3. März eingestürzten Kölner Stadtarchiv zwischenzulagern. Doch die Hilfe aus Siegen geht darüber hinaus.

Vom 20. bis zum 25. April arbeitete Stadtarchivar Ludwig Burwitz im sogenannten Erstversorgungszentrum (EVZ) für verschüttete Sammelstücke in Köln, wie er gestern im Kulturausschuss berichtete.

Die verschütteten Archivalien werden zunächst von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk (THW) geborgen und in Wannen oder Kartons verpackt nach Köln-Porz ins EVZ geschickt. „Es gibt Fundstücke in allen Formen der Beschädigung, von gut erhalten bis total zerfetzt”, berichtet Burwitz. Zunächst werden die geborgenen Stücke gereinigt, dann so gut wie möglich geordnet und in Listen erfasst. Zum Glück, berichtet Burwitz, sind 90 Prozent der Dokumente trocken.

Die feuchten oder von Schimmel befallenen Archivalien werden zunächst in Klarsichtfolie verpackt und bis zur endgültigen Restaurierung gefriergetrocknet. Alle anderen werden in Trocknungszelten bei 23 Grad Celsius zehn Stunden lang von Feuchtigkeit befreit. Sind die Fundstücke dann in Listen und elektronisch erfasst, werden sie in andere Archive verschickt. Viele Stücke werden beispielsweise in Münster gelagert.

„Die Arbeit in Köln ist für Archivare eine interessante Erfahrung”, betont Burwitz. Außer einem Einsturz gebe es auch andere mögliche Katastrophen für Archive, die im Falle des Falles bewältigt werden müssten. Die wichtigste Erkenntnis aus der Arbeit in Köln sei daher die notwendige Rückbesinnung auf die archivischen Kernaufgaben, um besser für zukünftige Unglücksfälle gerüstet zu sein.

Auf den Hilferuf aus Köln hat Siegen schnell reagiert. Bereits wenige Tage nach dem Einsturz fragten die Archivare der Domstadt nach Lagerflächen. „Das Angebot steht”, sagt Burwitz. Er rechnet damit, dass im Laufe des Sommers die ersten geborgenen und erfassten Fundstücke im Siegener Stadtarchiv eingelagert werden.

Bisher seien die gefundenen Dokumente in die größeren Archive rund um Köln transportiert worden. Nach und nach wird nun auch auf kleinere Gebäude für die Lagerung zurück gegriffen.

Georg Maag

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