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Siegener Ausstellung „sensationell”

23.11.2008 | 19:32 Uhr
Siegener Ausstellung „sensationell”

Siegen. (Loh) Und wieder einmal konnte Winfried Schwarz als Vorstand des Museums für Gegenwartskunst mehr Besucher zur Ausstellungseröffnung begrüßen als das Foyer fasst. Die „Blickmaschinen” bewiesen ihre Anziehungskraft, bevor man noch recht wusste, um was es sich dabei handelt.

Im Publikum waren auch mehrere Künstler, die aus Interesse an ästhetischen Problemen der Gegenwart die historischen Dokumente aus der Sammlung Werner Nekes durch eigene Arbeiten ergänzt hatten (die WR berichtete). So erhält die Ausstellung neben dem Zweittitel „Wie die Bilder entstehen” noch einen besonderen Untertitel, der die Gegenwartsperspektive des Kunstschaffens mit erfasst: „Die gegenwärtige Kunst schaut auf die Sammlung Werner Nekes.”

Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff, Kulturstaatssekretär des Landes Nordrhein-Westfalen, das sich mit ei-nem hohen Förderbetrag engagiert hatte, nannte die Ausstellung „sensationell”. Damit spielte er an auf die Zahl und den Wert der zur Schau gestellten Objekte.

Illusionen werden

durchschaubar

Aber er meinte damit auch den Sinn dieses künstlerischen Projektes, das Menschen in einer Zeit, da die Werbung ihnen ständig Bilder von Schönheit und Vollkommenheit vorgaukelt, Gelegenheit bekommen, die Mechanismen dieser Illusionserzeuger zu durchschauen. Insbesondere für junge Menschen sei solche Aufklärungsarbeit wichtig.

Erstaunen und

Entzücken

Für die Kulturstiftung des Bundes, die ebenfalls unter den Förderern ist, sprach Leonard Herrmann, der die Faszination der Blickmaschinen aus ihrer Einfachheit und Durchschaubarkeit herleitete. Eva Schmidt betonte den regionalen Bezug dieses Projekts zu Arbeiten mit der Lochkamera im Fachbereich Kunst der Universität Siegen und verwies auf ihre europäische Dimension, die darin zum Ausdruck kommt, dass die Ausstellung in dieser Konzeption nach Budapest und Sevilla weitergeht.

Über die Motivationen der Erfinder von Blickmaschinen sprach als Ko-Kuratorin Nike Bätzner, Professorin an der Hochschule für Kunst und Design Halle. Den Forscherdrang stellte sie heraus, das Bedürfnis, wiederbelebbare Bilder herzustellen, aber auch einfach die Lust, Illusionen zu schaffen. Schauendes Staunen entstehe durch Beschleunigung und Entschleunigung der Bilderfolgen. Und das alles erinnere auch immer an Kindheitserinnerungen und -träume.

Alle Redner wünschten dem Museum für Gegen-wartskunst hohe Besucher-zahlen. Am Eröffnungstag hörte man in allen Räumen und Abteilungen des Hauses Ausrufe des Erstaunens und Entzückens. Und die Möglichkeiten, durch Löcher zu linsen und durch Linsen zu schauen, sich in die Frühzeit der bewegten Bilder zurück zu versetzen und hier und da auch technische Zusammenhänge zu verfolgen, wirkten außerordentlich anregend. Wenn erstmal noch mehr Kinder kommen, dürfte es recht lebhaft werden.

Dr. Knut Lohmann

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Kommentare
24.11.2008
15:07
Siegener Ausstellung „sensationell”
von Blaumaler | #1

Wär ja toll, wenn die WR-Praktiken auch endlich lernen, Zwischenüberschriften richtig zu setzen.

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