Segelfliegerin kracht in ein Feld

Foto: Uli Bonke

Kamen.. Was für ein Tag! Sonne, blauer Himmel, der ideale Moment, sich die Welt von oben anzuschauen. Für Pilotin Sabine Schnettberg hätte der gestrige Tag tragisch enden können.

Vermutlich dank ihrer jahrelangen Flugerfahrung kam die 48-Jährige mit dem Schrecken davon. Denn statt mit ihrem privaten Segelflugzeug in den Himmel aufzusteigen, stürzte sie kurz nach dem Start aus rund hundert Metern Höhe auf ein Feld neben der Start- und Landebahn des Derner Segelflugplatzes.

Kurz vor 15 Uhr. Die Unnaerin Sabine Schnettberg, Mitglied und Fluglehrerin bei den Luftsportfreunden Kamen/Dortmund setzt sich in ihr Segelflugzeug, ein sogenannter Selbststarter. Sie rollt über die Bahn auf dem Gelände an der Derner Straße und steigt nach mehreren hundert Metern sachte in die Lüfte.

„Wir fliegen immer ein paar Meter geradeaus und dann links rum, so meiden wir Heeren-Werve“, sagt Carsten Balzer, Pressewart des Vereins und an diesem Nachmittag Flugleiter. Als sich das Flugzeug in die Kurve legte, habe man schon aus der Ferne beobachten können, dass die Pilotin Schwierigkeiten hat, schildert Balzer. „Triebwerk-Ausfall, Motorversagen, etwas in der Art“, schätzt er. Man habe gesehen, so der Flugleiter weiter, dass die Pilotin versucht habe, wieder zurück auf den Platz zu kommen. Dafür hätte das Flugzeug aber über dem Wald auftauchen müssen.

Vorsichtshalber ins Krankenhaus gebracht

Als das nicht geschieht, ahnt Balzer, dass etwas passiert ist. Er setzt sich ins Auto, rast die Wiese hinunter und wählt den Notruf. Vor ihm fährt schon der Ehemann der Pilotin, Norbert Schnettberg, Richtung Wald. Kurz dahinter liegt das Flugzeug auf dem Feld. Die beiden Männer eilen zur Absturzstelle und heben die durchsichtige Haube des Segelfliegers an. Sabine Schnettberg ist unverletzt und krabbelt selbst aus dem engen Cockpit. Inzwischen sind Hubschrauber, Rettungwagen, Feuerwehr und Polizei da. Der Pilotin geht es gut, trotzdem wird sie vorsorglich ins Krankenhaus gebracht.

Noch während die Polizei die Unfallstelle untersucht, landen und starten in Derne schon wieder die Kleinflugzeuge. Gebe es keinen Personenschaden, hat die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung telefonisch mitgeteilt, könne der Flugbetrieb wieder aufgenommen werden.

Das Flugzeug der Schnettbergs – Wert 120 000 bis 130 000 Euro – hat einen Totalschaden, es wird am Nachmittag in die Halle gebracht. „Das ist, als ob man mit dem Panzer über ein Auto fährt“, erklärt Balzer. Einzig die Instrumente taugten noch.