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Architektur-Tag

Sechs Gebäude bauen auf Besucher-Blicke

22.06.2009 | 21:28 Uhr

Sechs Objekte in der Region stehen Besuchern beim „Tag der Architektur” am kommenden Wochenende offen. Michael Arns aus Freudenberg, Vizepräsident der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen, erläuterte Florian Adam die Hintergründe.

Wozu gibt es den Tag der Architektur?

Büro-Erweiterungsbau in Weidenau: Eines der sechs Objekte. Foto: Steffen Schulte-Lippern

Arns: Es geht darum, die Qualität von Architektur zu vermitteln, sie einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Da sind einige Defizite in der öffentlichen Wahrnehmung auszugleichen.

Defizite? Menschen sind doch andauernd von Architektur umgeben.

Vielen ist der wirkliche Wert von Architektur aber nicht bewusst – das macht die Vermittlung schwierig. Manche Bauwerke sind Blickfänge und Attraktionen ersten Ranges, die sich sofort erschließen. Für viele Objekte braucht es allerdings einen bestimmten Blick, und da gilt das Motto: ,Ich sehe nur das, was ich weiß'. Es ist ähnlich wie bei moderner Kunst: Hintergrundwissen verändert die Wahrnehmung.

Wie soll der Aktionstag das Bewusstsein schärfen?

Firmen-Gebäude in Freudenberg, unterteilt in zwei Funktionsbereiche. Foto: Martin Schäpers

Indem es nicht beim Blick von außen bleibt. Damit ein Objekt ins Programm aufgenommen wird, ist eine Grundvoraussetzung, dass es besichtigt werden kann. Wenn man mal in ein Gebäude hineinkommt, kann man sich ein ganz anderes Bild machen. Außerdem gibt es die Chance zum Gespräch mit den Bewohnern und dem Architekten. Dabei kommt uns entgegen, dass viele Leute sich sehr dafür interessieren, wie andere wohnen. Diesen Schlüssellochblick nutzen wir auch.

Wie wählen Sie die Gebäude aus?

Jedes Mitglied der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen kann sich mit einem Objekt seiner Wahl bewerben. Solange es nicht älter als fünf Jahre ist und es keine Mängel gibt, die das Projekt disqualifizieren, wird es aufgenommen.

Eine Jury gibt es nicht?

Nein, aber eine Sichtungskommission. Mit rund 30 000 Mitgliedern ist die Architektenkammer NRW die größte in Europa. Und die meisten Kammervertreter halten einen solchen demokratischen Ansatz für angemessen.

Dafür erscheinen sechs Objekte in der Region relativ wenige zu sein.

Der Tag der Architektur ist in diesem Jahr tatsächlich das erste Mal richtig in der Region angekommen. In den Jahren zuvor gab es eher wenige Teilnehmer, Siegen war ein weißer Fleck. Die Akzeptanz nimmt aber auf allen Seiten deutlich zu. Auch in den Medien: Denn dort ist Architektur oft nur dann interessant, wenn sie brennt oder unter Wasser steht.

Florian Adam

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