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Schweizer Bob-Pilot verzichtet auf Olympia

20.02.2010 | 00:01 Uhr
Schweizer Bob-Pilot verzichtet auf Olympia

Whistler.Der Schweizer Daniel Schmid hat als erster Pilot vor der schnellsten Eisbahn der Welt kapituliert und nach weiteren Unfällen auf seine Teilnahme bei den Winterspielen verzichtet. „Die Gesundheit ist mir wichtiger, als lebensmüde die Bahn runterzudonnern“, sagte Schmid. Zuvor war er im Training zum Zweierbob-Wettbewerb gestürzt.

Schmids Anschieber Jürg Egger wurde bei diesem Sturz verletzt und musste neben der Strecke unter anderem mit einem Beatmungsgerät zehn Minuten behandelt werden, war aber bei Bewusstsein. Zur Sicherheit wurde Egger ins Krankenhaus gebracht. „Das war ein Fahrfehler von mir“, räumte Schmid ein, „aber die Bahn verzeiht keine Fehler. Das ist das Problem. Einer musste mal hingehen und sagen: halt, stopp.“

Der deutsche Pilot Karl Angerer (Königssee) äußerte umgehend Verständnis für den geschockten Kollegen. „Die Bahn ist irrsinnig schnell. Man darf wirklich keinen Fahrfehler machen“, meinte der 30-Jährige: „Respekt für die Piloten, die sagen, mir ist die Sicherheit meiner Leute wichtiger als ein Olympiastart.“ Zudem befürchtet Angerer, für den wie für die beiden anderen deutschen Piloten Andre Lange (Oberhof) und Thomas Florschütz (Riesa) ein Startverzicht nicht in Frage kommt, eine weitere Zuspitzung der Situation: „Im Vierer wird es noch einmal deutlich schneller.“

14 Unfälle im Zweier-Training

Neben Schmid stürzten im fünften von sechs Trainingsläufen auch der italienische Pilot Fabrizio Tosini und der Österreicher Jürgen Loacker. Beide bleiben zwar unverletzt, erhöhten die Zahl der Unfälle im Zweier-Training aber auf 14. Das Abschlusstraining verlief dann ohne weitere Zwischenfälle. „Die Geschwindigkeit ist nicht mal das Problem. Schwieriger ist die Tatsache, dass die Kurven zu schnell aufeinanderfolgen“, sagte der ehemalige Weltklasse-Pilot Christoph Langen dem SID. Wie Angerer befürchtet der zweimalige Olympiasieger noch größere Gefahren im Vierer.

Gleichzeitig wies er auch auf das hohe Risiko für den Frauen-Wettbewerb hin. Der Schweizer Europameister Beat Hefti kann beim Zweierbob-Rennen am Samstag verletzungsbedingt nicht starten. Der 32-Jährige hatte bei einem Sturz am Donnerstag Prellungen am ganzen Körper und eine Gehirnerschütterung erlitten und musste für das Training am Freitag passen. Bestzeit bei der fünften Testfahrt fuhr Heftis Landsmann Ivo Rüegg. Angerer wurde Zweiter vor Florschütz. Der deutsche Fahnenträger Lange landete auf Rang sechs. (sid)

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