Schwache Ferndorfer gehen auswärts wieder baden
08.11.2009 | 22:37 Uhr 2009-11-08T22:37:00+0100
Neheim/Kreuztal. In der Handball-Regionalliga sind die Männer des TuS Ferndorf auswärts wieder "baden" gegangen. Auf neutralem Boden in Neheim-Hüsten unterlagen sie beim Soester TV mit 34:36 (15:18). Trainer, Spieler und Fans waren sehr entttäuscht.
Handball-Regionalliga: Soester TV - TuS Ferndorf 36:34 (18:15). Als vergangene Woche Samstag in der Sporthalle an der „Stählerwiese” Michael Lerscht nach seinem Kreuzbandriss auf`s Parkett zurückkehrte und der TuS Ferndorf mit viel Tempo und Spielwitz die Ibbenbürener SpVg mit 44:34 aus der Halle katapultierte, da hatten viele auf die große Wende gehofft, darauf, dass den zwei Punkten in Spenge nun endlich die nächsten Auswärtszähler folgen würden.
Acht Tage später, Sonntagabend: Ferndorfs Abteilungsleiter Harald Münker sucht wie Trainer Caslav Dincic nach den Worten, entschuldigt sich bei den zahlreich mitgereisten Fans. Parallelen zum Debakel in Hagen drängen sich auf und müssen doch wieder verworfen werden – bei der gerade kassierten 34:36-Niederlage war die Fehlerquote nämlich noch einmal höher als gegen den VfL. Fakt ist: Der TuS Ferndorf läuft auswärts den eigenen Erwartungen weit hinterher und droht eine reine „Heimsieg-Mannschaft” zu werden. „So geht das nicht weiter. Ich bin einfach enttäuscht”, offenbarte Caslav Dincic ungewohnt leise. Dem Serben war anzumerken, dass auch er sich das katastrophale Auftreten seiner Spieler kaum erklären konnte.
Lange verletzte sich in Schlussminute
„Wir haben unter der Woche gut trainiert und uns intensiv auf Soest vorbereitet. Wir wussten, was auf uns zukommt. Aber wenn unser Rückraum kein einziges Tor von neun Metern wirft, unser Linksaußen im gesamten Spiel einen Pass bekommt und unsere Torhüter kaum einen Ball halten, kann man nicht gewinnen”, so der ernüchterte Dincic. Die Gastgeber spielten eine 6:0-Deckung, teils offene Manndeckung – nicht überragend und so, wie Ferndorfs Trainer es seinen Spielern vorher vermittelt hatte. Die Gäste ihrerseits spielten in der Abwehr größtenteils konfus.
Egal, ob Dincic 3:2:1-, 5:1- oder 4:2-Deckung spielen ließ: Sogar in doppelter Überzahl „klingelte” es im Ferndorfer Kasten, weder Wellen noch Gudmundsson bekamen ihre Hände an den Ball. Im Ferndorfer Angriff gelang viel zu selten einmal eine 1:1-Situation; auch Michael Lerscht, der in der Vorwoche seine Nebenleute mitgerissen hatte, reihte sich heute da ein, was die Fehlerquote betraf.
Start-Ziel-Sieg der Gastgeber
So war der Start-Ziel-Sieg der Gastgeber zu keiner Zeit gefährdet. Erst, als der TuS aus einer 4:2-Deckung einige Gegenstöße lief, schrumpfte der Abstand auf der Anzeigetafel zusammen, allerdings war es nicht mehr als Ergebniskosmetik, was da zu notieren war.
Zu allem Überfluss leistet Carsten Lange dem Langzeitverletzten Frieder Krause für die nächsten Wochen Gesellschaft auf der Bank: Lange, der unter der Woche an einer leichten Oberschenkelzerrung laborierte, verletzte sich in der letzten Spielminute erneut am Oberschenkel und fällt nach der Prognose Dincics „wohl vier Wochen aus”. „Ich hoffe, dass es wieder nur eine Zerrung ist. Wir brauchen Carsten”, machte Harald Münker deutlich, wie wichtig der Linkshänder für die Mannschaft ist. Gegen Soest hatte Lange trotz relativ kurzer Spielanteile mit sechs Toren noch erheblichen Anteil daran, dass sich die Ferndorfer Niederlage in Grenzen hielt.
TuS Ferndorf: Wellen, Gudmundsson - Feldmann (8/5), Lange (6), Hilger (5), Klatt (4/2), Aust, Orlov (jeweils 3), Blanz, Lerscht, Pallach, M. Sijaric, Hambloch (jeweils 1), A. Sijaric.

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