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Olympia-Kommentar

Schuld tragen wir alle. Wir, die Fernseh-Zuschauer

18.02.2010 | 21:17 Uhr
Schuld tragen wir alle. Wir, die Fernseh-Zuschauer

Vancouver.Die Olympischen Winterspiele von Vancouver haben sich längst in die Spiele der schlimmen Stürze verwandelt. Die Athleten riskieren beim Rodeln, im Bob und bei der Ski-Abfahrt ihre Gesundheit und sogar ihr Leben. Allerdings ist es bigott, mit dem Finger auf die Macher der Spiele zu zeigen und sie als Alleinschuldige an den Pranger zu stellen.

Schuld tragen wir alle. Wir, die Fernseh-Zuschauer.

Opfer von „Höher, schneller, weiter“: Nodar Kumaritaschwili.

Olympia hat sich vom hehren Leitsatz „Die ehrenvolle Teilnahme an den Spielen ist wichtiger als der Sieg“ entfernt. Schneller, höher, weiter hat die Ebene des Sports verlassen und wirtschaftliche Dimensionen erreicht. Die Winterspiele stehen im gnadenlosen Konkurrenzkampf mit anderen Sportarten um Sponsoren- und Fernsehgelder.

Spektakuläre Bilder garantieren hohe Einschaltquoten, hohe Einschaltquoten bringen Geld. So einfach funktioniert der Kreislauf, und zwar nicht nur bei Olympia. Bei Bildern von Unfällen in der Formel 1 schaut so gut wie jeder hin. Die höchsten Zuschauerzahlen im Ski-Weltcup hat die sturzträchtige Abfahrt auf der Streif in Kitzbühel.

Dieser Wahnsinn ist also keine Erfindung der Olympia-Macher, sondern nur eine Fortsetzung des Trends. Der georgische Rodler Nodar Kumaritaschwili hat dafür mit seinem Leben bezahlt.

Ralf Birkhan

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