Schüler schrieben ein Stück über sich selbst
20.02.2010 | 11:00 Uhr 2010-02-20T11:00:00+0100
Siegen. „Kein Frühlingserwachen” wollen vom 7. bis zum 9. Juni rund 40 Schüler der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule im Lyz zeigen.
Deshalb laufen die Proben zu dem selbstgeschriebenen Stück zurzeit schon auf Hochtouren.
„Du hast einen Wunsch frei”, so der erste Satz. Die positive Aufforderung hat einen Haken: „Entscheide dich richtig – dein Handeln hat Konsequenzen”, mahnen die Stimmen in der Traumsequenz.
Die Schüler haben ein Stück über ihr Dasein geschrieben: ihr Leben als Kinder, als Freunde und vor allem als Jugendliche. Viele der Szenen sind autobiografisch geprägt. „Wir haben die Schüler aufgefordert zu beschreiben, wie Teenager sind”, so die Gesamtleiterin des Projektes, Heike Siebel.
Eine Mischung aus Medien und Realität
Ihre spontanen Antworten entsprachen den durch die Medien propagierten Bildern: Starker Alkoholkonsum, Drogen, Gewalt, Mobbing und Schule schwänzen. „Seid ihr wirklich so?”, lautete die zweite Frage. Die Schüler reflektierten und definierten ihre wirkliche Identität in Texten. Daraus schrieben Siebel und die beiden Theaterpädagogen Lars Dettmer und Lena Mösko ein Skript. „Die Texte waren absolut beeindruckend”, so Siebel. Da aber die erste Vorstellung der Schüler sehr auf der Wahrnehmung durch die Medien basierte, beschlossen die Projektleiter, auch selbst gedrehte Filme in das Stück zu integrieren. „Die Medienwirklichkeit und die Realität vermischen sich bei uns”, erklärt Siebel. Die biografischen Ansätze sind auch Grund für die verhältnismäßig kleine Gruppe in diesem Jahr. So konnten alle Ansichten einbezogen werden. Während bei „Kein Frühlingserwachen” fast nur Schüler des Literaturkurses mitmachen, beteiligten sich an dem Stück „An African Youth Story” 2008 fast 80 Statisten. Die ebenfalls selbst erarbeitete Geschichte erhielt damals den ersten Preis beim Wettbewerb „Kinder zum Olymp”.

0mitdiskutieren