Schüler lehnen Abschaffung des Sitzenbleibens entschieden ab
06.03.2013 | 08:05 Uhr 2013-03-06T08:05:33+0100
Berlin. Laut einer neuen Forsa-Umfrage sind 85 Prozent der deutschen Schüler und Studenten gegen die Abschaffung der Ehrenrunde, in der Gesamtbevölkerung sind es immer noch 73 Prozent. Die Befragten befürchten, dass sich die Schüler nicht mehr genug anstrengen, wenn das Sitzenbleiben abgeschafft würde.
Die meisten Schülerinnen und Schüler in Deutschland halten nichts von einer Abschaffung des Sitzenbleibens . Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Umfrage des Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag des Deutschen Philologenverbandes, aus dem die Tageszeitung "Die Welt" in ihrer Mittwochsausgabe zitiert. Demnach sind 85 Prozent der Schüler und Studenten gegen die Abschaffung des Sitzenbleibens, nur 14 Prozent sind dafür.
Die Befragten fürchten unter anderem, dass die Leistungsbereitschaft sinken würde, wenn es das Sitzenbleiben als Disziplinierungsmaßnahme nicht mehr gäbe. "Die Schüler haben ein großes Gerechtigkeitsempfinden", sagte der Vorsitzende des Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger. Es widerstrebe ihnen, "dass derjenige, der sich nicht anstrengt, einfach weiterkommt".
NRW setzt schon länger auf Fördern statt Sitzenbleiben. Niedersachsen geht noch weiter. Bayern hält Durchfallen für wichtiges pädagogisches Prinzip.
Eine Mehrheit für die Abschaffung gibt es in keiner Partei
Insgesamt wollen der Umfrage zufolge 73 Prozent der Bürger am Sitzenbleiben festhalten, 22 Prozent plädieren für die Abschaffung. Eine Mehrheit für die Abschaffung finde sich bei den Anhängern keiner Partei. Auch unter den Anhängern von SPD und Grünen sei weniger als ein Drittel dafür.
Eine neue Diskussion über das Sitzenbleiben wurde durch das Bekenntnis der rot-grünen Regierung in Niedersachsen ausgelöst, auf das Sitzenbleiben verzichten zu wollen. (afp)
13:19
Recht haben sie.
Allerdings sollte man immer jeden Einzelfall gut prüfen.
Es gibt Schulen, wenn die nach Recht und Gesetz vorgehen würden,
käme kaum einer weiter. Da gibt es dann hilfsweise i-Noten.....
12:56
"das Sitzenbleiben als Disziplinierungsmaßnahme "
Was ist denn das für ein Quatsch?
Ich war vor langer langer Zeit Betroffener und das Beste, was mir passieren konnte, ich hatte einfach den Anschluss verpasst und die Lücken konnte ich nicht auffüllen, auch weil Lehrer und ich nicht wollten.
Wiederholung war ein Raketenstart, weil ja bis auf die Lücke nichts zu füllen war. Tolle Impulse für mein gesamtes Leben, es wäre sonst ein Problem geworden.
12:43
Die wissen offensichtlich schon sehr genau wovon sie reden. Das sollte man von den angeblich lebenserfahrenen Politikern auch erwarten!
11:09
Bei Vollversagen bleibt es beim Sitzenbleiben. Aber warum soll ein Mathegenie wegen einer vorübergehenden Schwäche bei Sprachen eine Klasse wiederholen, wenn kostenlose Nachhilfe durch die Schule reicht das Defizit aufzuholen.
Das erhöht auch den Druck auf die Schule anständigen Unterricht anzubieten. Die Zahl der privaten Nachhilfeschulen und der Boom der Privatschulen belegen doch dass es offensichtlich zahlreiche Schulen minderer Qualität gibt.
Schade das Eltern keine Statistik in die Hand bekommen wieviel Nachhilfebedarf Schulen und einzelne Lehrer produzieren.
09:04
Offensichtlich sind unsere Schüler doch nicht so doof, wie ich immer dachte. Chapeau!
Genau das, habe ich auch gedacht, als ich den Artikel las