Rock the Ballett: Sturm auf dem Parkett
27.05.2010 | 14:46 Uhr 2010-05-27T14:46:00+0200
Beim Thema Ballett denken die meisten sofort an die berühmten Klassiker des Genres. Titel wie „Schwanensee” oder „Der Nussknacker” sind dabei selbst jenen Menschen ein Begriff, die nie ein Theater von innen sahen.
Doch was den einen ins Schwärmen geraten lässt, gilt bei anderen als „mega-uncool” – in Jugendkreisen zieht, wer angesagt sein will, dem Pas de deux wohl nicht selten einen gepflegten Pogo vor.
Die amerikanische Tanz-Compagnie „The Amazing Boys of Dance” bemüht sich dagegen nach Kräften, das etwas verstaubte Image des Balletts aufzupolieren. Ihre gefeierte Show mit dem programmatischen Titel „Rock the Ballett” kann man bald in Dortmund (21.-31.7.) und in Köln (17.-22.8.) live erleben.
Kopf und Gründer der „Amazing Boys”, zu denen ungeachtet ihres Namens auch eine Frau zählt, ist der Ausnahme-Choreograph und Ballett-Rebell Rasta Thomas. Um dessen unkonventionellen und modernen Ansatz zu beschreiben, bietet sich ein Verweis auf die Vorbilder des 29-Jährigen an: Die Ballett-Legende Mikhail Baryshnikov inspirierte Rasta Thomas nämlich ebenso wie Michael Jackson und Kampfsport-Star Bruce Lee. Für das zunächst ungewöhnlich anmutende Idol-Trio hat Thomas eine ganz simple Erklärung: „Egal ob ich Karate mache oder tanze – es ist alles Bewegung.”
„Rock the Ballett”, starring The Amazing Boys of Dance.
21.-31.7. Konzerthaus Dortmund, 17.-22.8. Philharmonie Köln.
Karten (ca. 22-66 €) im TICKET-SHOP: 01805/280123 oder
Seine eigene Compagnie gründete der Kalifornier, nachdem er im klassischen Ballett bereits ein Star war: „Ich dachte, wenn ich jetzt so weiter mache, dann werde ich immer die Nummern tanzen, die schon jeder Tänzer getanzt hat.” Er entschied sich also, das Ballett fortan lieber zu rocken: Statt der Musik von Tschaikowski und Strawinsky stehen bei „Rock the Ballett” Songs von Queen, Michael Jackson, Prince oder Lenny Kravitz auf dem Programm. Die tänzerischen Leistungen der „Amazing Boys of Dance” sind deshalb nicht weniger anspruchsvoll. Das Publikum erlebt einen Stil-Mix von klassischem Ballett über HipHop bis zum Stepptanz, eine Show voll beeindruckender Akrobatik und anspruchsvoller Sprungkombinationen.
Ergänzt wird das energiergeladene Tanz-Vergnügen der etwas anderen Art durch fesselnde Videoprojektionen. Rasta Thomas' erklärtes Ziel: „Wir wollen vor allem den jungen Leuten zeigen, dass Ballett nicht langweilig ist”. Womit der Kalifornier eindeutig zum Understatement neigt. Denn so wie er und seine Truppe das Ballett verrocken, das ist ohne Zweifel sogar richtig cool...

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