Richter verzweifeln an Sprache der Jugendszene

Was wir bereits wissen
Was in der kriminellen Jugendszene in Bergkamen abläuft, ist manchmal schon sprachlich nur schwer zu verstehen und im logischen Ablauf kaum nachzuvollziehen.

Bergkamen..  Was in der kriminellen Jugendszene in Bergkamen abläuft, ist manchmal schon sprachlich nur schwer zu verstehen und im logischen Ablauf kaum nachzuvollziehen.

Das bedingen einerseits die wirren Umstände, andererseits aber auch die nur in sehr begrenzten Teilen verständliche Sprache, so dass es dem Jugend-Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Christian Johann bislang noch nicht möglich war, eine Auseinandersetzung unter Heranwachsenden auch nur annähernd aufklären zu können.

21-Jährigerzusammengeschlagen

Auf der Anklagebank zwei 19- und 20-jährige Bergkamener, die angeklagt sind, Ende August vergangenen Jahres einen 21-jährigen Arbeitslosen zusammen geschlagen zu haben. „Ouh, nichts damit zu tun“, so der 19-Jährige. „Weiß gar nicht, was der will, weiß du“, wehrt sich der andere Angeklagte gegen den Vorwurf der Körperverletzung.

Die gestenreiche Schilderung des Opfers in bester „Tom-Gerhardt-Manier“ trägt auch nicht entscheidend zur zweifelsfreien Klärung der Situation bei: „Kopf umgedreht, boahh ei, dann noch ein Gong, weiß du ne.“ Auch über einen möglichen Grund für die Auseinandersetzung bietet das Opfer dem Schöffengericht unterschiedliche Varianten, die der vorsitzende Richter in der Frage zusammenfasst: „Waren es nun 300 Euro Schulden oder 100 Gramm Gras?“

GestenreicheSchilderung

Gesichert ist allein mit einem ärztlichen Attest, dass der Arbeitslose einen Nasenbeinbruch hatte. Wer ihm den allerdings wann, wo und wie auch immer beigebracht hat, das versucht das Jugend-Schöffengericht nun an einem weiteren Verhandlungstag zu klären.