Rheinbahner wegen Schrottklau vor Gericht
03.08.2010 | 17:43 Uhr 2010-08-03T17:43:00+0200
Düsseldorf.Tonnenweise Schrott sollen sie bei der Rheinbahn mitgehen lassen haben: Drei Männer, ehemalige Rheinbahner, stehen derzeit vor dem Landgericht, angeklagt wegen schweren Bandendiebstahls.
70 Kilo schwere alte Radreifen, kaputte Haltestellenpfosten und Zäune, jeweils zwischen 200 und 500 Kilogramm Metallschrott pro Fuhre, sollen die drei einfach aus den Containern auf den Betriebshöfen in Heerdt und Lierenfeld genommen und sie auf Transporter des Düsseldorfer Verkehrsunternehmens verladen haben. Die Ladung sollen sie dann bei Schrotthändlern zu Geld gemacht haben. Einige 1000 Euro sollen sie sich so zusätzlich verdient haben.
Ein 39-Jähriger hat die Vorwürfe eingestanden: Rund 50 bis 55 Euro habe eine Fuhre gebracht. Drei bis vier Mal in der Woche seien sie so rausgefahren, meist während der Nachtschicht. Angeklagt sind zehn bis 15 Fälle aus dem Sommer 2008. Doch möglicherweise lief diese Selbstbedienung schon länger so.
Der 39-Jährige, der ebenso wie die beiden Mitangeklagten einen Job verloren hat, stellte sich als blauäugig dar: „Ich dachte, wir probieren das mal. Über meinen Arbeitsplatz habe ich nicht nachgedacht.“
Die beiden anderen Männer verharmlosen ihre Beteiligung: Ein 38-Jähriger will „höchstens zweimal“ Schrott transportiert haben. Das sei aber Metall aus dem privaten Bereich von Kollegen gewesen, zum Beispiel aus deren Gärten.
Ein 47-Jähriger meint, das Abtransportierte sei ohnehin wertlos gewesen: Reste von Unfallschäden, ein alter Ofen und ähnliches. Sie seien das Zeug auch kaum losgeworden. Ein Schrotthändler habe ihnen gesagt, dass man Rheinbahnschrott nicht „loskriege“. Mit einigen Haltestellenpfosten sei er wochenlang herumgefahren.
Das Gericht will nun weitere Zeugen hören. Der Prozess geht am 16. August weiter.

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