Renitenter Dieb – Eine unendliche Geschichte

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Altena.. Das Verfahren gegen einen renitenten Ladendieb entwickelt sich zur schier unendlichen Geschichte. Dem Amtsgericht fehlt bei jedem Anlauf etwas Entscheidendes – Zeugen oder der Angeklagte selbst. Beim dritten Versuch, der in dieser Woche gestartet wurde, blieb die Anklagebank wieder einmal leer.

Im Dezember, so der Vorwurf, hatte der 53-Jährige in der Aldi-Filiale an der Bahnhofstraße löslichen Kaffee für 2,19 Euro eingesteckt. Eine Auszubildende hatte ihn, der ohnehin bereits Hausverbot hatte, beobachtet und ins Büro gebeten. Dort hatte er seine „Beute“ nach längerer Diskussion herausgerückt.

Dann hatte er offenbar flüchten wollen und deshalb rüde versucht, eine andere Angestellte beiseite zu schieben. Die hatte sich gewehrt, ihn außer Gefecht gesetzt und bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten. Sein Fluchtversuch hatte der couragierten Dame böse Prellungen beschert.

Bereits im März nahm das Gericht einen ersten Anlauf. Der Angeklagte erschien nicht, kassierte einen Strafbefehl und legte Einspruch ein. Anfang Mai wurde ein zweiter Versuch gestartet. Diesmal saß er zwar auf der Anklagebank, wollte die Vorwürfe so jedoch nicht stehen lassen. Das Gericht kam daher ohne Zeugen nicht weiter.

Jetzt sollte der Fall mit allen Beteiligten verhandelt werden. Diesmal hatte es der Angeklagte, der zwischenzeitlich umgezogen war, allerdings versäumt, dem Gericht die neue Adresse zu nennen. Seine Ladung ging ins Leere. Vermutlich im Juli soll ein vierter, hoffentlich letzter Termin anberaumt werden.