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Religionen unter der Lupe

02.04.2009 | 16:41 Uhr
Religionen unter der Lupe

Herne.Die Klasse 9a der Astrid-Lindgren-Schule hat eine Moschee, eine Synagoge und eine katholische Kirche besucht.

Die Klasse 9a der Astrid-Lindgren-Schule hat das Buch „Damals war es Friedrich” von Hans Peter Richter gelesen. Friedrich und Hans Peter wachsen zusammen in Deutschland auf. Friedrich ist Jude und der Lebensweg seiner Familie führt in ein verheerendes Schicksal. Wir haben in dem Buch auch einiges über die jüdische Religion erfahren und wollten mehr über die Religionen unserer Mitschüler erfahren. So haben wir im März eine Moschee, eine Synagoge und eine Kirche besucht.

Moschee Wanner Markt

Zuerst besuchten wir die Moschee am Wanner Markt. Am Eingang haben wir unsere Schuhe ausgezogen. Nurettin Gürsoy und der Imam Sezai Din haben uns dann die Moschee gezeigt. Der Gebetsraum für die Männer ist für 600 Personen gebaut. Er hat keine Stühle und Bänke. Auf dem Teppich sind die Gebetsfelder nach Mekka ausgerichtet. Die Decke hat die Form einer Kuppel, was man von der Straße aus gar nicht sieht. In der Kuppel hängt ein prächtiger Leuchter. Der Imam oder Hodscha liest aus dem Koran in arabischer Sprache vor und betet mit den Männern fünf Mal am Tag. Die Frauen hören im Erdgeschoss die Übertragung über den Lautsprecher. Der religiöse Feiertag ist für die Moslems der Freitag. Für die Moslems sind alle Menschen gleich, egal welcher Religion sie angehören. Der Respekt vor anderen Religionen ist wichtig. Für die Moslems sind etwa Abraham, Moses und Jesus auch Propheten. Auch gelten für Moslems die Zehn Gebote. Moslems dürfen Frauen anderer Religionen heiraten. Die muslimischen Frauen sollen aber keinen andersgläubigen Mann heiraten, da der Mann die Religion der Kinder bestimmt.

Der Hodscha las uns dann noch Verse aus dem Koran vor und einige muslimische Schüler beteten mit ihm. Er gab uns Erklärungen zum Ramadan, Zuckerfest und Opferfest. Moslem wird man durch die Erziehung der Eltern. Jungen werden beschnitten. Anschließend zeigte Sezai Din uns den Frauenraum, wo Texte aus dem Koran gelernt wurden.

Synagoge in Bochum

Dann besuchten wir die Synagoge in Bochum. Sie ist wie ein Würfel gebaut. Innen ist die Synagoge sehr modern und hell eingerichtet. Die Jungen mussten eine Kippa (Kopfbedeckung) aufsetzen. Die Frauen und Männer sitzen in verschiedenen Bankreihen. Die Fensterausschnitte sind wie zwölf Davidsterne gebaut – für die zwölf Stämme Israels. Die hängende Decke wirkt wie eine Kuppel. In der Synagoge gibt es keine Bilder, bunte Fenster, keine Orgel, kein Taufbecken und keine Kreuze. Die Juden glauben nicht an Christus als Erlöser. Sie haben aber das Alte Testament mit den Christen gemeinsam. Die Heilige Schrift der Juden ist die Thora, die in einem prächtigen Schrank aufbewahrt wird. Ein besonderes Symbol für die Juden ist der siebenarmige Leuchter.

Jüdische Männer und Frauen dürfen Andersgläubige heiraten. Jude wird man durch Gebete und Segnung bei einer Familienfeier im eigenen Haus. Das „Bar Mizwah” entspricht der Konfirmation bei den Christen. Der religiöse Feiertag ist der Samstag, der Sabbath. Die Juden essen kein Schweinefleisch wie die Moslems. Auch für Juden gelten die Zehn Gebote. Die Synagoge wird strengstens bewacht. Außen sind Kameras, Stacheldrahtzäune und Panzerglasscheiben eingebaut. Beschädigungen sollen so verhindert werden. Auf dem Gelände der 1938 zerstörten Synagoge ist in Bochum im Winter immer der Weihnachtsmarkt. Die neue Synagoge wurde in einem Jahr neu gebaut.

Aus der alten jüdischen Gemeinde vor dem 2. Weltkrieg gibt es ein Mitglied, das die Verfolgung überlebt hat und nun Mitglied der neuen Gemeinde ist. Wir bedanken uns zum Abschluss bei Gerd Liedtke und erfahren, der selbst evangelischer Christ ist und für Schulklassen die Führungen für den Freundeskreis der Bochumer Synagoge macht.

Katholische Kirche in Wanne

Pfarrer Karl-Heinz Pötter in der katholischen Kirche Allerheiligste Dreifaltigkeit. Foto: Stefan Kuhn, pi

Zuletzt haben wir die katholische Gemeinde Allerheiligste Dreifaltigkeit in Wanne besucht. Die Kirche wurde 1959 gebaut und ist nun 50 Jahre alt. Die Gemeindereferentin Birgit Terfloth führte uns durch die Kirche. Sie zeigte uns das Taufbecken mit der Osterkerze von 2008. Mit der Taufe werden die Kinder in die christliche Gemeinde aufgenommen. Danach zeigte sie uns den Beichtstuhl, den Altar mit der Bibel, den Tabernakel (Schrank für das Abendmahl) und den Kreuzweg. Auf dem Tabernakel ist auch ein siebenarmiger Kerzenleuchter als Verbindung zum jüdischen Glauben eingearbeitet.

Der Kreuzweg zeigt die Leidensgeschichte von Jesus von der Kreuzigung bis zur Wiederauferstehung. Jesus wollte mit seinem Tod unsere Sünden vergeben. Auf der Empore ist die Orgel und Platz für den Kirchenchor. Das Glasfenster zeigt bei Sonnenschein besonders schön die Symbole für den Namen der Kirchengemeinde Allerheiligste Dreifaltigkeit: Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Der kirchliche Feiertag ist der Sonntag. Die Kirchenglocken hören wir bis zur Schule. Christen dürfen Menschen mit anderen Religionen heiraten. Birgit Terfloth gibt uns noch Hinweise, wie man die Religionen verstehen kann und wie sie helfen können: „Gott will uns sagen, wir sind nicht allein. Er begleitet und liebt uns. Religionen sollen den Menschen zeigen, wie sie gut miteinander leben können.”

Cengiz Oktulmus, Manuel Binkowski, Adelina Hamitaj, Klasse 9a, Astrid-Lindgren-Schule

Zeus-Reporter

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