Rechtspfleger plünderte Vereinskasse
17.11.2009 | 18:18 Uhr 2009-11-17T18:18:00+0100Düsseldorf. Sie hielten ihn als Rechtspfleger wohl für besonders vertrauenswürdig, machten ihn deshalb zum Kassierer. Doch der Düsseldorfer Western-Verein "Texas-Ranger" täuschte sich: Der 50-Jährige zweigte erhebliche Summen ab. Jetzt stand er wegen Untreue vor Gericht.
„Sie verwirren mich!”, hielt Richter Stefan Coners dem Angeklagten am Dienstag vor. Dessen Aussage hatte sich in immer mehr Details verloren, die erklären sollten, warum das Geld aus der Kasse der Texas-Ranger verschwunden war. Erst am Ende des Prozesses gab der Rechtspfleger kleinlaut zu, das Geld für sich genommen zu haben.
"Mein Fehler"
Zunächst hatte er die Schuld einerseits auf seine drogensüchtige Lebensgefährtin geschoben: „Sie hat wohl Zugriff darauf genommen.” Anderseits erklärte er sich für verantwortlich: „Das ist mein Fehler, ich hätte aufpassen müssen.”
Dem Verein hatte er ein Schuldanerkenntnis unterschrieben, wollte demnach bis Mitte 2008 die Summe von 15 000 Euro zurückzahlen. Aber er habe keinen Kredit mehr bekommen. Vor Gericht wurde er nur für 52 nachweisbare Abhebungen von insgesamt 5620 Euro angeklagt.
Auch in Mineralwasserkasse gegriffen
Nach zahlreichen Erklärungen über seine Freundin oder Ex-Freundin, deren Sucht und seine Co-Abhängigkeit erinnerte Richter Coners an eine Verurteilung aus 2007. Damals war der Rechtspfleger schon einmal wegen Untreue aufgefallen: Er hatte Geld aus der Kasse fürs Mineralwasser in seinem Büro genommen.
Es folgte ein Rechtsgespräch, nach dem der Angeklagte zugab, auch das Vereinsgeld für sich verwendet zu haben. Urteil: Elf Monate auf Bewährung.
