Prozess um 10 Euro wegen Zigarettenkippe
11.11.2010 | 17:42 Uhr 2010-11-11T17:42:00+0100
Düsseldorf.Es ging um 10 Euro Verwarnungsgeld wegen einer Zigarettenkippe. Weil der Schuldige das nicht zahlen wollte, musste jetzt vor dem Amtsgericht ein ganzer Prozess stattfinden, mit sechs Zeugen. Ergebnis: Er muss doch zahlen und nun sogar mehr.
Zwei Männer vom Ordnungsamt hatten den 18-Jährigen und einige Mitschüler auf der Bilker Allee kontrolliert. Er als Volljähriger wurde zunächst nicht behelligt - bis er seine Kippe wegwarf. Das jedenfalls sah ein Ordnungsamt-Mitarbeiter (35), brummte ihm 10 Euro Verwarnungsgeld auf. Der junge Mann habe das akzeptiert, bekam eine Zahlkarte zugesandt.
Doch dann hatte er Einspruch eingelegt, so dass es jetzt zum Prozess kam. Da erklärte er, er habe gar nicht geraucht, sondern ein Brot gegessen, das Einwickelpapier in einen Mülleimer geworfen.
Der Mitarbeiter des Ordnungsamts blieb bei seiner Beobachtung, seine Kollege (38) bestätigte, er habe den jungen Mann rauchen sehen.
Zwei Freunde des 18-Jährigen dagegen bekräftigten dessen Version. Einer will das Brot mit ihm geteilt haben. Dann bezeugten auch Onkel und Vater des Jungen: Sie seien damals zufällig vorbeigefahren, er habe nicht geraucht.
Der Richter glaubte keiner dieser Aussagen. Es sei schon seltsam, dass der Onkel nach Jobs suchte, aber nicht mehr wisse, bei welchen Firmen. Dass ein Freund weglief, aber genau wisse, dass 18-Jährige nicht rauchte. Dem Vater machte der Richter klar, dass er ihn für den Anstifter hält: Die seitenlangen Einsprüche könnten nicht von seinem Sohn stammen.
Es blieb bei 10 Euro, jetzt Bußgeld. Dazu kommen 23,50 Euro Gerichtsgebühren und die Kosten der Zeugen.

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Nur 33,50 EUR? Warum kein Knast für falsche Aussagen?