Protestzug marschiert vor das Kreishaus
08.10.2009 | 19:10 Uhr 2009-10-08T19:10:00+0200Allen Kindern einen Rechtsanspruch auf die integrative Schule, also das parallele Unterrichten von behinderten und nicht behinderten Kindern, forderte der Verein Invema am gestrigen Donnerstag.
Etwa 200 Kinder, Eltern, Lehrer und Betreuer waren dem Aufruf von Geschäftsführer Stephan Lück gefolgt und zogen in einem Protestmarsch vom Maria-Rubens-Platz bis vor das Kreishaus.
Stephan Lück beruft sich auf eine UNO-Konvention, die für sämtliche Kinder – unabhängig von ihrer Behinderung – ein integratives Bildungssystem verlangt (unsere Zeitung berichtete). Die Umsetzung dieses Papiers würde langfristig das Aus für die Sonderschulen bedeuten.
Ausbildung der Lehrer anpassen
Invema sehe deshalb akuten Handlungsbedarf seitens der Landesregierung und des Schulamts des Kreises: „Wir fordern Düsseldorf auf, die Bestimmungen der UNO-Konvention im Schulrecht umzusetzen”, sagte Stephan Lück. Es müssten Rahmenbedingungen an Regelschulen geschaffen und die Ausbildung der Lehrer an die Bedürfnisse der integrativen Schule angepasst werden.
Das Schulamt solle nach Lücks Vorstellungen neue Lehrer im integrativen Unterricht besser begleiten und Fortbildungen anbieten: „Und es muss alles dafür tun, den Wunsch der Eltern auf integrative Beschulung ihres Kindes zu ermöglichen”, fügte er hinzu.
Die Invema-Vorsitzende Heike Hachenberg wies auf das Gleichstellungs- und Antidiskriminierungsgesetz hin, das die Gleichbehandlung von behinderten und nicht behinderten Menschen fordere. „Wir fragen uns aber, warum diese Gesetze und Konventionen in der Praxis vor Ort anscheinend keine Rolle spielen”, sagte sie. Schließlich brauche jeder, der einen Beruf ausüben will, eine umfassende Ausbildung.

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