Polizistin rettet sich mit Sprung zur Seite

Wegen Nötigung stand ein 34-Jähriger aus Nachrodt-Wiblingwerde vor Gericht.Foto: Mike Röser
Wegen Nötigung stand ein 34-Jähriger aus Nachrodt-Wiblingwerde vor Gericht.Foto: Mike Röser
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Nachrodt-Wiblingwerde.. Auf dem „besten“ Weg, in einer Polizeikontrolle mit einer Tour ohne Führerschein aufzufliegen, hatte ein 34-jähriger Nachrodt-Wiblingwerder offenbar Gas gegeben und war direkt auf die Polizistin, die auf der Straße stand und ihn stoppen wollte, zugefahren. Am Dienstag musste er sich wegen Nötigung und Fahrens ohne Fahrerlaubnis vor dem Amtsgericht verantworten.

Gegen Mitternacht am 22. Juni 2011 war der Nachrodt-Wiblingwerder mit einem Wagen in Altena unterwegs. Den passenden Führerschein besaß er nicht. Auf der Hagener Straße drohte ihm plötzlich gewaltiger Ärger: eine Verkehrskontrolle. Eine Polizistin stand mit der Kelle auf der Straße und signalisierte „Stopp“. Offenbar war der 34-Jährige nun in Panik geraten. Zunächst war er tatsächlich langsamer geworden. Dann hatte er plötzlich Gas gegeben. Die Beamtin hatte sich mit einem beherzten Sprung zur Seite in Sicherheit bringen können. Der Verdacht: Der bereits mehrfach vorbestrafte Mann hatte die Fahrt ohne Führerschein verdecken wollen und dafür die Schädigung der Polizistin in Kauf genommen.

Vor Gericht zeigte sich der Nachrodt-Wiblingwerder im Wesentlichen geständig. Allerdings beteuerte er, er habe die Polizeibeamtin keinesfalls umfahren wollen. Da sei noch genug Platz zwischen der Frau und seinem Fahrzeug gewesen. Von einem Sprung zu sprechen, sei völlig übertrieben. Die Beamtin indes bestätigte im Zeugenstand, dass sie sehr wohl zur Seite hätte springen müssen. Und, ihr Kollege erinnerte sich, dass er den Sprung gesehen und ihren Schrei gehört habe.

Letztlich konnte die Version des Nachrodt-Wiblingwerders weder Staatsanwaltschaft noch Gericht überzeugen. Er wurde wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Nötigung zu sieben Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Auch ordnete das Gericht eine einjährige Sperrfrist zur Erteilung einer Fahrerlaubnis an. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.